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Die vergessenen Batterierohstoffe: Bauxit und Aluminium

Aluminium steckt in Lithium-Ionen-Batterien, Batteriegehäusen und Elektroautos. Die Publikation zeigt, warum Bauxitabbau Menschenrechte, Umwelt und Klima belastet – und warum eine Rohstoffwende nötig ist.

Staub in den Lungen, Batterien in den Autos

Aluminium ist einer der zentralen, aber oft übersehenen Rohstoffe der Elektromobilität. In Lithium-Ionen-Batterien wird Aluminium unter anderem für Batteriegehäuse und als Kathoden-Kollektorfolie eingesetzt. In einer gewöhnlichen Lithium-Ionen-Batterie kann Aluminium bis zu 32 Prozent des Gesamtgewichts ausmachen. Der Grundstoff dafür ist Bauxit, den die EU als kritischen Rohstoff einstuft.

Mit dem wachsenden Bedarf an Batterien und Elektroautos steigt auch die Nachfrage nach primär gewonnenem Bauxit. Gleichzeitig verursacht die Weiterverarbeitung zu Aluminium einen enormen Energieverbrauch: Für eine Tonne Aluminium aus bergbaulich gewonnenem Bauxit werden im Schnitt 15.700 Kilowattstunden benötigt – ungefähr so viel wie der jährliche Stromverbrauch von fünf Vier-Personen-Haushalten.

Die PowerShift-Publikation „Bauxit und Aluminium – Staub in den Lungen, Batterien in den Autos“ zeigt anhand von Daten, Visualisierungen und Stimmen Betroffener, warum Aluminium und Bauxit stärker in die politische Regulierung von Batterielieferketten einbezogen werden müssen.

Warum Bauxit und Aluminium für Batterien wichtig sind

Aluminium spielt in der Batterieproduktion vor allem in zwei Bereichen eine Rolle: Es wird regelmäßig im Batteriegehäuse verwendet und dient in Lithium-Ionen-Batterien als Kathoden-Kollektorfolie. Damit ist Aluminium nicht nur ein Werkstoff der Fahrzeugindustrie, sondern auch ein relevanter Batterierohstoff.

Besonders problematisch ist die starke Konzentration der Lieferketten. Während Bauxit in verschiedenen Weltregionen abgebaut wird, findet mehr als die Hälfte der Weiterverarbeitung zu Aluminium in China statt. Deutschland importiert Bauxit unter anderem aus Guinea; ein sehr großer Teil der deutschen Bauxitimporte stammt von dort.

Bauxitabbau: Menschenrechte und Umwelt unter Druck

Der Abbau von Bauxit ist mit erheblichen sozialen und ökologischen Risiken verbunden. Dazu gehören saure Grubenwässer, Schwermetalle, radioaktive Stoffe in Lagerstätten, Wasserstress, Eingriffe in Schutzgebiete und der Einsatz chemischer Hilfsstoffe.

Ein besonders deutliches Beispiel ist die Sangarédi-Mine in Guinea. Dort wird seit Jahrzehnten Bauxit abgebaut. Die Erweiterung der Mine führte zu Landraub, Umweltzerstörung, Umsiedlungen und dem Verlust von Lebensgrundlagen. Betroffene berichten von zerstörter Landwirtschaft, verschmutzten Wasserquellen, beschädigten Häusern und fehlender angemessener Entschädigung.

Elektromobilität braucht eine Rohstoffwende

Elektromobilität allein löst die Klima- und Rohstoffkrise nicht. Wenn der Ausbau von Batterien, Elektroautos und Ladeinfrastruktur weiter auf wachsendem Primärrohstoffverbrauch basiert, werden Umweltkosten und Menschenrechtsrisiken in Abbauregionen verschärft.

Nötig ist deshalb eine Rohstoffpolitik, die nicht nur Lieferketten absichert, sondern den absoluten Rohstoffverbrauch reduziert. Dazu gehören langlebige Batterien, Reparierbarkeit, effiziente Recyclingstrukturen und politische Vorgaben, die Menschenrechte und Umweltstandards verbindlich schützen.

Recycling, Langlebigkeit und Reduktion statt immer mehr Primärrohstoffe

Aluminiumrecycling kann bis zu 95 Prozent Energie gegenüber der Primärproduktion einsparen. Effiziente Recyclingstrukturen können Ressourcen schonen und dazu beitragen, die Ausbeutung von Mensch und Natur im Bauxitbergbau zu verringern.

Doch Recycling allein reicht nicht aus. Batterien müssen von Anfang an auf lange Nutzung, Reparierbarkeit und Ressourceneffizienz ausgelegt sein. Gleichzeitig braucht es politische Strategien, die den Rohstoffverbrauch im Globalen Norden absolut senken.

Was PowerShift fordert

PowerShift fordert, Aluminium und Bauxit in eine wirksame Regulierung von Batterielieferketten einzubeziehen. Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden in der Batterieherstellung lassen sich nur verhindern, wenn auch diese bislang vernachlässigten Rohstoffe politisch adressiert werden.

Darüber hinaus braucht es einen Paradigmenwechsel: eine Rohstoffwende, die auf weniger Verbrauch, längere Nutzungsdauer, Reparatur, Recycling und globale Gerechtigkeit setzt.

Publikation herunterladen

Die Publikation „Bauxit und Aluminium – Staub in den Lungen, Batterien in den Autos“ zeigt kompakt, warum Bauxit und Aluminium zentrale Batterierohstoffe sind, welche Risiken ihr Abbau verursacht und welche politischen Schritte notwendig sind.

Jetzt den Rohstoffsteckbrief herunterladen oder bestellen.

FAQ: Bauxit, Aluminium und Batterien

Warum ist Aluminium ein Batterierohstoff?

Aluminium wird in Lithium-Ionen-Batterien unter anderem als Kathoden-Kollektorfolie eingesetzt. Außerdem wird es regelmäßig für Batteriegehäuse verwendet.

Was hat Bauxit mit Aluminium zu tun?

Bauxit ist der wichtigste Ausgangsrohstoff für die Aluminiumproduktion. Aus Bauxit wird Aluminiumoxid gewonnen, das anschließend zu Aluminium weiterverarbeitet wird.

Warum ist Bauxitabbau problematisch?

Bauxitabbau kann mit Landraub, Umsiedlungen, Wasserbelastung, Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen verbunden sein. Die Publikation zeigt dies am Beispiel der Sangarédi-Mine in Guinea.

Warum ist Aluminiumproduktion so energieintensiv?

Die Herstellung von Primäraluminium aus bergbaulich gewonnenem Bauxit benötigt sehr viel Strom. Für eine Tonne Aluminium werden im Schnitt 15.700 Kilowattstunden verbraucht.

Welche Alternativen gibt es?

Zentrale Alternativen sind weniger Rohstoffverbrauch, langlebige und reparierbare Batterien sowie der Ausbau effizienter Recyclingstrukturen. Aluminiumrecycling kann bis zu 95 Prozent Energie einsparen.

Was fordert PowerShift?

PowerShift fordert, Aluminium und Bauxit in die Regulierung von Batterielieferketten einzubeziehen und eine umfassende Rohstoffwende einzuleiten: weniger Verbrauch, mehr Recycling, längere Nutzung und verbindliche Menschenrechts- und Umweltstandards.

Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen und Autoren.

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