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International Perspectives on Raw Materials Reduction in Europe and Germany

Tampakan Philippinen

Der globale Norden verbraucht zu viele Rohstoffe. Darauf weist das UN-Umweltprogramm (UNEP) in seinem „Global Resources Outlook 2024“ (März 2024) hin. Dieser Verbrauch treibt ökologische Schäden und soziale Konflikte in Förderregionen an.

Als PowerShift arbeiten wir seit vielen Jahren an dieser Rohstoffwende. Allerdings wird die Debatte um die Reduzierung des Materialverbrauchs derzeit vor allem als Umweltdebatte im Globalen Norden geführt. Mit der Veröffentlichung unserer vier Länderstudien aus Peru, Südafrika, Indonesien und den Philippinen bringen wir nun systematisch Stimmen aus dem Globalen Süden ein. Gemeinsam mit unseren Partnern AEER (Indonesien), Alyansa Tigil Mina (Philippinen), Red Muqui (Peru) und AIDC (Südafrika) sowie MISEREOR (Deutschland) schärfen wir die Argumente, erweitern Perspektiven und verbinden Umweltschutz mit Fragen der globalen Gerechtigkeit.

Unser PowerShift Ansatz

Wir setzen auf verbindliche Ziele zur Senkung des Primärverbrauchs, starke Sorgfaltspflichten entlang der Lieferketten und transparente Informationen über Herkunft, Inhalt und Risiken von Rohstoffen. Öffentliche Mittel sollen Reparatur, Wiederverwendung, Recycling und regionale Produktion stärken statt neue Extraktionsprojekte zu subventionieren. Reduktion ist kein Verzichtsprogramm, sondern Voraussetzung für Klimagerechtigkeit und würdige Lebensgrundlagen weltweit.

Indonesien (AEER)

AEER untersucht die Nickelindustrie mit rasantem Ausbau von Schmelzen und gravierenden Umweltbelastungen in Flüssen und Küsten. Der Strombedarf wird überwiegend aus Kohle gedeckt und verschärft lokale Schäden. Die Studie warnt vor sozialen und geschlechtsspezifischen Folgen der Industriepolitik. Gefordert werden ein Stopp neuer Kapazitäten, strengere Standards entlang der Lieferkette und weniger Primärverbrauch für Batterien.

Philippinen (ATM)

Alyansa Tigil Mina zeigt, wie der expandierende Nickelabbau Wälder, Wassereinzugsgebiete und Inselökosysteme belastet und Gewässer kontaminiert. Lokale Wertschöpfung bleibt gering, während Gemeinden Repression gegen Umweltverteidiger*innen erleben. Die Studie macht deutlich, dass Effizienz allein nicht reicht. Gefordert werden sektorale Nachfragereduktion für Batteriemetalle im Norden, No-Go-Zonen und FPIC, steigende Recycling- und Second-Life-Quoten sowie ein Stopp riskanter Projekte wie Tiefseebergbau.

Peru (Red Muqui)

Red Muqui zeigt, wie Europas Kupferhunger Gemeinden belastet und wie undurchsichtige Lieferketten kritische Begleitminerale unsichtbar machen. Fallstudien zu Antapaccay, Quellaveco und Antamina belegen Verschmutzung von Luft, Böden und Gewässern sowie Gesundheitsrisiken. Trotz hoher Weltmarktpreise kommen die Erträge kaum in den Regionen an. Gefordert werden Nachfragereduktion in der EU, Transparenz und eine postextraktivistische Transformation mit Buen Vivir.

Südafrika (AIDC)

AIDC dokumentiert systemische Schäden durch Bergbau wie Wasserkrisen, Vertreibungen und prekäre Arbeit entlang EU-getriebener Lieferketten. Die Studie kritisiert grünes Wachstum ohne absolute Reduktion des Materialverbrauchs. Sie zeigt die fossile Energieabhängigkeit der Minen und die Fortsetzung kolonialer Muster. Empfohlen werden materielle Obergrenzen im Norden und Investitionen in reparative, gemeinwohlorientierte Alternativen.

Gemeinsam machen die Organisationen deutlich: Eine gerechte Rohstoffwende muss globale Verantwortung übernehmen, den Primärrohstoffverbrauch drastisch senken und lokale Rechte sowie Umweltstandards konsequent stärken.

 

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