Artikel- und Stellungnahmen,Rohstoffpolitik

Metalle für die Energiewende

Windräder vor Photovoltaik-Anlagen.

Warum wir die Rohstoffwende und die Energiewende zusammendenken sollten

Viele Bergbaukonzerne präsentieren sich als grüne Unternehmen. Denn ihre Rohstoffe werden für erneuerbare Energien oder die Elektromobilität benötigt. Bis ins Jahr 2050 werden wir ein Vielfaches an Lithium, Kobalt, Kupfer und anderen Metallen für diese sogenannten grünen Technologien brauchen. Das zeigen zahlreiche Prognosen. Doch was „grüne Technologien“ sind, wird häufig unterschiedlich definiert. Während viele zu allererst an Windkraft- und Solaranlagen denken, können diese Technologien auch batteriebetriebene Autos, 3D-Drucker und andere Technologien umfassen, zu denen es durchaus nachhaltigere Alternativen geben kann.

Die Analyse von PowerShift mit Daten des Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST)[1] zeigt zudem auch, dass die erneuerbare Energieproduktion keinen wesentlich größeren Bedarf an Metallen hat als fossile Energien.

Im Gegenteil, manche erneuerbare Energietechnologien, etwa kleine Wasserkraftwerke oder auf Dächern montierte PV-Anlagen, schneiden deutlich besser ab als zum Beispiel fossile Kohlekraftwerke. Für eine Megawatt Stunde Strom werden etwa 340g Metalle in einem Kleinwasserwerk benötigt, in einem Kohlekraftwerk sind es bis zu 3.920g. Ein Kohlekraftwerk braucht so etwa zehn- bis elfmal so viele Metalle pro Megawattstunde wie ein kleines Wasserkraftwerk. Obwohl der Ausbau erneuerbarer Energietechnologien große Mengen an Metallen benötigt, ist die Materialintensität deutlich geringer, da bei Gas- und Kohlekraftwerken zusätzlich die verbrannten fossilen Rohstoffe hinzugerechnet werden müssen.

Für eine effektive Bekämpfung des Klimawandels ist der Ausbau erneuerbarer Energieinfrastruktur im Gegensatz zum Ausbau fossiler Energieträger essenziell. Dieser Ausbau und der damit einhergehende Metallbedarf dürfen jedoch in keiner Weise mögliche soziale und ökologische Auswirkungen sowie globale Ungerechtigkeiten beim Rohstoffabbau rechtfertigen. Vielmehr verdeutlichen unsere Ergebnisse die Dringlichkeit, unseren Umgang mit Rohstoffen im Sinne einer Rohstoffwende zu transformieren.

Autor*innen
Michael Reckordt