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Argumente gegen Tiefseebergbau

Das größte Bergbauvorhaben der Menschheitsgeschichte

Die Tiefsee ist ein einzigartiger Lebensraum mit einer enormen Biodiversität. Trotzdem verhandeln Staaten derzeit über Regeln zum Abbau mineralischer Rohstoffe vom Tiefseeboden. Dabei wird Tiefseebergbau unvermeidlich zu Artensterben und einer zusätzlichen Belastung der ohnehin schon stark gefährdeten Meere führen. Insbesondere Küstenbewohner*innen im Pazifik werden durch Tiefseebergbau einem weiteren, gefährlichen, schmutzigen und unzureichend regulierten Bergbausektor ausgesetzt. Statt mehr Bergbau brauchen wir eine Rohstoffwende und starke Regeln zum Schutz der Meere und all jener, die von und mit dem Meer leben.

Mit dieser Publikation werden 13 Argumente gegen Tiefseebergbau und Alternativen für eine Rohstoffwende vorgestellt.

1 Wir wissen fast nichts über die Tiefsee. Nur, dass sie voller Leben ist
2 Die Meere befinden sich schon jetzt in multiplen Krisen
3 Tiefseebergbau wird die Meeresumwelt unwiederbringlich zerstören
4 Tiefseebergbau dient nicht dem Klimaschutz. Anstelle von immer mehr Bergbau brauchen wir eine Rohstoffwende
5 Es ist undemokratisch, dass die Internationale Meeresbodenbehörde Tiefseebergbau vorantreibt
6 Die Rohstoffe der Tiefsee sind das Gemeinsame Erbe der Menschheit. Trotzdem wird der Globale Süden kaum etwas von den Gewinnen erhalten
7 Konzerne haben zu viel Macht bei für alle Menschen relevanten Entscheidungen
8 Die Weltgemeinschaft lässt sich erpressen, die Verhandlungen für Tiefseebergbauregularien bis Juli 2023
abzuschließen
9 Eine Verabschiedung der Regularien wird zu rechtlichen Grauzonen bei Haftungsfragen führen
10 Das Seerechtsübereinkommen bietet die Möglichkeit, Tiefseebergbau zu verbieten
11 Die Tiefseebergbauverhandlungen stehen im Widerspruch zu internationalen Umwelt- und Nachhaltigkeitszielen
12 Tiefseebergbau wird nicht in der Hohen See, sondern in den Meeren der pazifischen Inselstaaten beginnen
13 Tiefseebergbau wird Landbergbau nicht beenden, sondern verstetigt den ungerechten Status quo in der
Rohstoffnutzung

Autor*innen
Hannah Pilgrim