Grüner Wasserstoff aus Namibia: 8. Oktober 2025, 18:30, taz Kantine (Friedrichstr. 21, U Halle’sches Tor)
Eintritt frei
In Namibia beging das deutsche Militär den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts. Bis heute entzieht sich die Bundesregierung der Verantwortung für diesen Genozid, und ein „Versöhnungsabkommen“ scheiterte bisher daran, dass die Nachfahren der Betroffenen nicht mit am Verhandlungstisch sitzen durften.
Die grüne Wasserstoffstrategie der Bundesregierung und der EU rückt Namibia anders in den Fokus. Dort gewonnene regenerative Energien sollen für die Produktion von Wasserstoff genutzt werden, der dann nach Europa exportiert werden soll. Seitdem entfalten die deutsche Bundesregierung und Unternehmen dort Aktivitäten, die neokoloniale Züge tragen. So hat das „namibische“ Unternehmen Hyphen, an dem das deutsche Unternehmen Enertrag gemeinsam mit einem britischen Partner die Mehrheitsbeteiligung hält, den Zuschlag für ein Mammutprojekt erhalten, gegen das sich aus historischen, demokratiepolitischen, ökologischen und sozialen Gründen Widerstand regt. Es soll auf Land entstehen, das vor dem Genozid den Nama gehörte und auf dem sich heute ein einzigartiges Naturschutzgebiet befindet. Der Hafen der nahegelegenen Kleinstadt Lüderitz soll dafür massiv ausgebaut werden, was Shark Island bedroht, den Gedenkort an das erste Konzentrationslager unter deutscher Kolonialherrschaft. Die Verhandlungen über das Projekt liefen unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Beteiligung der Betroffenen. Bedenken hinsichtlich weitreichender Umweltauswirkungen werden ignoriert, eine Risikoanalyse existiert bis heute nicht.
Die beiden namibischen Aktivisten Paul Thomas (Nama Traditional Leaders Association) und Tjipura Unaune Tjipura (Social and Economic Justice Trust) werden mit Armand Zorn (MdB SPD – angefragt) und Christina Tenkhoff (ZUG gGmbH) ihre Kritik an dem Projekt diskutieren. Einladende Organisationen: PowerShift, attac, medico International, Rosa-Luxemburg-Stifung


