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Réduire la consommation de matières premières: Pourquoi moins est plus

L'Allemagne est fortement dépendante des importations de matières premières métalliques. L'étude de PowerShift montre comment réduire la consommation de matières premières primaires et façonner une transition juste des matières premières.

Deutschlands Rohstoffbedarf ist politisch gestaltbar

Deutschland und die Europäische Union wollen ihre Versorgung mit metallischen Rohstoffen langfristig sichern. Im Mittelpunkt der Rohstoffpolitik stehen bislang vor allem mehr Abbauprojekte, neue Bezugsquellen, Rohstoffpartnerschaften und der Ausbau der Kreislaufwirtschaft. Deutlich weniger Aufmerksamkeit erhält eine andere Stellschraube: Wie viele Primärrohstoffe benötigen wir eigentlich wirklich?  Wofür setzen wir diese Rohstoffe eigentlich ein? Und welche sozialen und ökologischen Auswirkungen sind wir bereit in Kauf zu nehmen?

Metallische Rohstoffe sind unverzichtbar für Industrie, Infrastruktur und die sozial-ökologische Transformation. Gleichzeitig sind Abbau und Verarbeitung metallischer Rohstoffe vielerorts mit erheblichen sozialen und ökologischen Belastungen verbunden. Mit der prognostizierten weltweit steigenden Nachfrage wächst zudem die Konkurrenz um verfügbare Rohstoffe und Förderkapazitäten.

Eine zukunftsfähige Rohstoffpolitik muss deshalb Angebot und Nachfrage zusammendenken. Die neue PowerShift-Publikation „Rohstoffverbrauch senken: Warum weniger mehr ist“ zeigt, wo Deutschland seinen Primärrohstoffverbrauch reduzieren kann, welche Potenziale insbesondere in den Bereichen Mobilität und Bauen bestehen und veranschaulicht Perspektiven aus Indonesien, Peru, den Philippinen und Südafrika, was ein geringerer Verbrauch in Deutschland und der EU für Menschen und Umwelt in rohstoffreichen Ländern bedeuten kann.

Deutschlands Rohstoffverbrauch ist politisch gestaltbar

Deutschland ist bei der Versorgung mit metallischen Primärrohstoffen fast vollständig von Importen abhängig: 100 Prozent werden aus dem Ausland bezogen. Der Verbrauch in Deutschland liegt bei etwa zwei Tonnen metallischer Rohstoffäquivalente pro Einwohner*in.

Ein Großteil des Verbrauchs konzentriert sich auf wenige Metalle. 94 Prozent des metallischen Rohstoffkonsums entfallen auf Eisen und Stahl, Aluminium, Kupfer und Nickel. Besonders große Mengen werden im Verkehrssektor, im Bau und in der industriellen Produktion eingesetzt.

Rohstoffbedarf ist dabei keine unveränderliche Größe. Wie viele Metalle eine Volkswirtschaft benötigt, hängt unter anderem davon ab, welche Verkehrssysteme sie fördert, wie gebaut und gewohnt wird, wie langlebig und reparierbar Produkte sind und in welchem Umfang Materialien wiederverwendet und recycelt werden.

Damit ist nicht nur die Herkunft von Rohstoffen eine politische Frage. Auch die Höhe des Rohstoffverbrauchs kann politisch und gesellschaftlich beeinflusst werden.

Rohstoffreduktion und Transformation sind kein Widerspruch

Die Energiewende, die Elektrifizierung und der Ausbau öffentlicher Infrastruktur benötigen erhebliche Mengen metallischer Rohstoffe. Eine Rohstoffwende kann deshalb nicht darin bestehen, notwendige Investitionen in die sozial-ökologische Transformation zu verhindern.

Umso wichtiger ist die Frage, wofür Rohstoffe eingesetzt werden und wie gesellschaftliche Bedürfnisse mit möglichst wenig Primärmaterial erfüllt werden können.

Es macht einen Unterschied, ob Metalle für Stromnetze, erneuerbare Energien und öffentliche Verkehrsinfrastruktur benötigt werden oder ob zusätzliche Nachfrage durch immer größere und schwerere Fahrzeuge, kurze Produktlebenszyklen oder besonders materialintensive Bauweisen entsteht.

Verbrauchsreduktion bedeutet daher nicht, gesellschaftliche Bedürfnisse weniger gut zu erfüllen. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, wie Mobilität, Wohnen, Kommunikation und andere gesellschaftliche Funktionen mit einem geringeren Einsatz von Primärrohstoffen gewährleistet werden können.

Wo sich der Rohstoffbedarf reduzieren lässt

Wie stark der Rohstoffbedarf durch politische Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Strukturen beeinflusst werden kann, zeigt sich besonders in den Bereichen Verkehr und Bauen.

Mobilität: Nicht nur der Antrieb entscheidet

Anfang 2025 waren in Deutschland 49,3 Millionen Pkw zugelassen, darunter rund sechs Millionen SUVs. Gleichzeitig sind Neuwagen seit dem Jahr 2000 im Durchschnitt um fast ein Drittel beziehungsweise rund 400 Kilogramm schwerer geworden.

Die Elektrifizierung des Verkehrs ist für die Transformation des Verkehrssektors von zentraler Bedeutung. Der Wechsel des Antriebs allein löst das Ressourcenproblem nicht. Anzahl, Größe und Gewicht der Fahrzeuge beeinflussen den Bedarf an Stahl, Aluminium, Kupfer und Batterierohstoffen.

Eine ressourcenleichtere Mobilität verbindet deshalb die Elektrifizierung mit anderen Maßnahmen: kleinere und leichtere Fahrzeuge, längere Nutzungszeiten, einen leistungsfähigen öffentlichen Verkehr, Sharing sowie bessere Bedingungen für Rad- und Fußverkehr.

Bauen: Wohnen mit weniger Primärrohstoffen

Auch im Gebäudesektor liegen erhebliche Reduktionspotenziale. Neben Recycling und einem effizienteren Materialeinsatz spielen die weitere Nutzung bestehender Gebäude, die durchschnittliche Wohnfläche und die Art der Bebauung eine wichtige Rolle.

Ein in der Studie wiedergegebenes Szenario zeigt: Veränderte Wohn- und Baustrukturen könnten den Metallbedarf bis 2050 um 52,2 Millionen Tonnen reduzieren. Berücksichtigt werden dabei unter anderem weniger Einfamilienhäuser, eine durchschnittliche Wohnfläche von 35 Quadratmetern pro Person und eine Verringerung besonders großer Wohnflächen.

Das Beispiel zeigt, worum es bei einer Reduktionsstrategie geht: angemessenen Wohnraum mit einem geringeren Primärrohstoffbedarf bereitzustellen.

Kreislaufwirtschaft mit Reduktionszielen

Recycling ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer Rohstoffwende. Gleiches gilt für langlebige Produkte, Reparatur, Wiederverwendung und den verstärkten Einsatz von Sekundärrohstoffen.

Die Potenziale sind erheblich. So könnte eine Sekundärmaterial-Einsatzquote von 75 Prozent bei Stahl rund 15 Millionen Tonnen Primärstahl pro Jahr ersetzen.

Doch auch eine ambitionierte Kreislaufwirtschaft stößt an Grenzen, wenn die Gesamtnachfrage nach Rohstoffen kontinuierlich steigt. Recyclingprozesse sind mit Materialverlusten verbunden, und ein großer Teil der eingesetzten Metalle bleibt über Jahre oder Jahrzehnte in Gebäuden, Fahrzeugen und Infrastrukturen gebunden. Sekundärrohstoffe können daher den Primärrohstoffbedarf erheblich reduzieren, ihn bei wachsender Gesamtnachfrage aber nicht vollständig ersetzen.

Eine zukunftsfähige Rohstoffpolitik muss deshalb Kreislaufwirtschaft und die absolute Reduktion des Primärrohstoffverbrauchs miteinander verbinden.

Deutschlands Rohstoffverbrauch hat globale Auswirkungen

Deutschland und die EU haben einen hohen Verbrauch metallischer Rohstoffe, während Abbau und Verarbeitung zu erheblichen Teilen in anderen Weltregionen stattfinden. Entscheidungen über den Rohstoffverbrauch in Europa wirken sich deshalb auf Menschen, Ökosysteme und wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten in rohstoffreichen Ländern aus.

Die Publikation nimmt Perspektiven aus Indonesien, den Philippinen, Peru und Südafrika in den Blick. Die politischen und wirtschaftlichen Ausgangslagen unterscheiden sich deutlich. Gemeinsam machen die Beispiele jedoch sichtbar, welche Fragen mit einer wachsenden globalen Rohstoffnachfrage verbunden sind.

In Indonesien treffen der Ausbau der Nickelindustrie und das Ziel, mehr Wertschöpfung im eigenen Land zu halten, auf erhebliche Umweltbelastungen und eine energieintensive Verarbeitung, die bislang stark von Kohle abhängig ist. Auf den Philippinen stehen der Schutz von Wassereinzugsgebieten, Ökosystemen und lokalen Lebensgrundlagen sowie die Mitsprache indigener und lokaler Gemeinschaften im Zentrum.

In Peru wirft der Kupferbergbau Fragen um Wasser, lokaler Wertschöpfung und wirtschaftlicher Diversifizierung auf. Die südafrikanische Perspektive lenkt den Blick wiederum auf die Verteilung von Wertschöpfung und Umweltbelastungen sowie auf die langfristigen sozialen und wirtschaftlichen Folgen des Bergbaus.

Die Beispiele zeigen zugleich, dass es nicht allein um bessere Bedingungen beim Rohstoffabbau geht. Eine global gerechte Rohstoffpolitik muss auch berücksichtigen, welche Entwicklungswege rohstoffreiche Länder selbst verfolgen, wie Wertschöpfung verteilt wird und welche Mitsprache die von Bergbau betroffenen Gemeinschaften haben.


Die ausführlichen Länderperspektiven im Hintergrundpapier lesen →

Weniger Rohstoffverbrauch kann Abhängigkeiten reduzieren

Die Reduktion des Primärrohstoffverbrauchs ist nicht nur aus ökologischer und menschenrechtlicher Perspektive relevant. Sie hat auch eine wirtschafts- und industriepolitische Dimension.

Deutschland ist bei vielen metallischen Rohstoffen stark von Importen und international verflochtenen Lieferketten abhängig. Preissteigerungen, Exportbeschränkungen, Marktkonzentration und geopolitische Konflikte können deshalb erhebliche Auswirkungen auf die Versorgung haben.

Eine Senkung des Primärrohstoffbedarfs kann dazu beitragen, diese Abhängigkeiten zu reduzieren. Rohstoffe, die durch ressourcenleichtere Produktions-, Mobilitäts- und Konsummuster nicht benötigt werden, müssen weder importiert noch durch neue Abbauprojekte erschlossen werden.

Zugleich können langlebige Produkte, Reparatur, Wiederverwendung, Materialeffizienz und zirkuläre Produktionsweisen neue wirtschaftliche Aktivitäten und Innovationsfelder schaffen.

Was eine Rohstoffwende politisch braucht

Eine zukunftsfähige Rohstoffpolitik sollte nicht allein danach fragen, woher zusätzliche Rohstoffe kommen können. Sie muss ebenso in den Blick nehmen, wie hoch der Bedarf ist, wie er reduziert werden kann und welche Nutzungen gesellschaftlich priorisiert werden sollen.

Daraus ergeben sich sieben zentrale Handlungsfelder:

  1. Primärrohstoffverbrauch verbindlich senken.
    Rohstoff- und sektorspezifische Reduktionsziele sollten mit Zwischenzielen, Monitoring und regelmäßiger Evaluation verbunden werden.
  2. Rohstoffbedarfe gesellschaftlich priorisieren.
    Welche Anwendungen von Rohstoffen gesellschaftlich Priorität haben, sollte transparent und unter Beteiligung relevanter und betroffener Akteure ausgehandelt werden.
  3. Mobilität ressourcenleichter gestalten.
    Verkehrsvermeidung und -verlagerung, öffentlicher Verkehr, kleinere und leichtere Fahrzeuge, Sharing sowie Rad- und Fußverkehr können den Materialbedarf reduzieren.
  4. Produkte langlebig und kreislauffähig gestalten.
    Reparierbarkeit, Modularität, Wiederverwendung und eine lange Nutzungsdauer sollten bereits beim Produktdesign berücksichtigt werden. Dazu gehören auch langfristig verfügbare Ersatzteile und Softwareupdates.
  5. Kreislaufwirtschaft und Verbrauchsreduktion verbinden.
    Recycling und Sekundärrohstoffe sind unverzichtbar, können bei einer kontinuierlich wachsenden Gesamtnachfrage den zusätzlichen Bedarf an Primärrohstoffen aber nicht vollständig ausgleichen.
  6. Rechte betroffener Gemeinschaften stärken.
    Lokale und indigene Gemeinschaften müssen wirksam an Entscheidungen über Bergbauprojekte beteiligt werden. Dazu gehören verbindliche Menschenrechts- und Umweltstandards sowie wirksame Beschwerde-, Haftungs- und Abhilfemechanismen.
  7. Globale Rohstoffpolitik partnerschaftlich gestalten.
    Rohstoffreiche Länder dürfen nicht auf ihre Rolle als Lieferanten reduziert werden. Lokale Wertschöpfung, wirtschaftliche Diversifizierung und selbstbestimmte Entwicklungswege müssen Bestandteil einer langfristigen Rohstoffpolitik sein.

Eine Rohstoffwende muss Angebot und Nachfrage zusammendenken

Die Debatte über Deutschlands und Europas Rohstoffversorgung konzentriert sich stark darauf, woher die benötigten Rohstoffe künftig kommen sollen. Angesichts wachsender globaler Nachfrage, ökologischer Belastungen und internationaler Konkurrenz greift diese Perspektive zu kurz.

Eine vorausschauende Rohstoffpolitik muss deshalb Angebot und Nachfrage zusammendenken: Wie viele Primärrohstoffe benötigen wir? Wofür setzen wir sie ein? Und wie können gesellschaftliche Bedürfnisse mit einem geringeren Primärrohstoffbedarf erfüllt werden?

Die Senkung des Primärrohstoffverbrauchs ersetzt weder Kreislaufwirtschaft noch verantwortungsvolle Lieferketten und hohe Umwelt- und Menschenrechtsstandards beim Bergbau. Sie ergänzt diese Ansätze um eine zentrale Dimension: vorhandene Materialien länger und besser zu nutzen, vermeidbare Bedarfe zu reduzieren und Rohstoffe dort einzusetzen, wo sie für gesellschaftlich notwendige Transformationen benötigt werden.

Hintergrundpapier und Factsheet: „Rohstoffverbrauch senken: Warum weniger mehr ist“

Das PowerShift-Hintergrundpapier „Rohstoffverbrauch senken: Warum weniger mehr ist“ analysiert den metallischen Rohstoffverbrauch Deutschlands, veranschaulicht konkrete Reduktionspotenziale und verbindet die deutsche Debatte mit internationalen Perspektiven.

Es führt die PowerShift Reduction Series zusammen, die aktuell aus fünf Publikationen besteht. Vier Länderpapiere wurden von der indonesischen Organisation AEER, der philippinischen Organisation ATM, dem peruanischen Netzwerk Red Muqui und der südafrikanischen Organisationen AIDC erstellt. Eine Zusammenarbeit erfolgte außerdem mit dem IFEU Institut und MISEREOR.

Hintergrundpapier
30 Seiten – Analysen, Daten, internationale Perspektiven und politische Handlungsansätze


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Fiche d’information
3 Seiten – zentrale Zahlen, Befunde und Handlungsansätze auf einen Blick


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En savoir plus

Reduction Series: Raw Materials Reduction Series.

En savoir plus sur les risques de Politique des matières premières.

Boussole de l'économie mondiale – le podcast PowerShift.

Presse & Contexte

Pour les interviews, les tons O et les données, nous vous prions de nous contacter:
Lisa Stüve
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Constantin Bittner
Responsable de la politique des matières premières

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