Pressemitteilung

Online-Seminar-Reihe zu Erdgas und Klimawandel

Unter Freudentränen und großem Applaus wurde vergangenes Jahr der Klimavertrag in Paris verabschiedet und damit das Ziel ausgerufen, die Klimaerwärmung auf 1,5 bzw. 2 Grad zu begrenzen. Das bedeutet, dass Deutschland schon vor dem Jahr 2035 die Treibhausgasemissionen im Energiesektor auf null senken und 100% Erneuerbare erreicht haben muss. Während der Kohleausstieg beinahe in aller Munde ist, schweigt die deutsche Klimaszene bislang beim Thema Erdgas. Häufig gilt Erdgas sogar immer noch als „Brücke“ oder „klimafreundlicher fossiler Energieträger“. Bei der Öl- und Gasindustrie gehören diese Argumente zum Standardrepertoire, aber auch bei vielen klima- und umweltpolitischen Akteuren ist diese Ansicht nach wie vor verbreitet. Dabei sprechen Erkenntnisse aus der Klimawissenschaft längst dafür, dass Gas nicht unbedingt besser ist als der augenscheinliche Klimakiller Kohle. Ein Grund dafür sind die bei Förderung und Transport anfallenden Methanemissionen. Die US-amerikanische Umweltbehörde EPA hat erst kürzlich die Berechnungsgrundlage ihrer Klimabilanz den neuesten Erkenntnissen aus der Klimawissenschaft angepasst, mit erschreckendem Ergebnis. Denn der Schiefergasboom hat anders als bislang weithin angenommen nicht etwa zu einer Reduktion der US-Treibhausgasemissionen geführt, sondern bestenfalls zu deren Stagnation. Trotz dieser Erkenntnisse wird auf EU-Ebene, aber auch in Deutschland weit über das Jahr 2030 hinaus mit Erdgas geplant. Die EU-Kommission geht von einem steigenden Verbrauch des fossilen Energieträgers aus und investiert derzeit Millionen in den Ausbau der Gasinfrastruktur. Zwischen Russland und Deutschland soll eine zweite Northstream-Pipeline gebaut werden und auch in kommunalen Energiewendeszenarien, wie z.B. dem Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm spielt Erdgas auch über 2050 hinaus eine tragende Rolle bei der Wärmeversorgung. In zwei Online-Seminaren wollen wir deshalb anlässlich der COP in Marrakesh unter anderem folgenden Fragen erörtern: Wie klimaschädlich ist Erdgas wirklich? Ist die starke Fokussierung auf Kohle in der deutschen Klimaszene auch nach Paris noch gerechtfertigt? Wie wird energiepolitisch mit Erdgas geplant und ist das sinnvoll? Gibt es überzeugende Konzepte für eine Strom- und Wärmewende, die in absehbarer Zukunft  ohne Erdgas auskommen?   Online-Seminar 1: Trotz Klimavertrag weiter mit Erdgas? Mittwoch, 09. November 2016, 17:30-19:00 Uhr Kurzinput Laura Weis, PowerShift: Wie die Öl- und Gasindustrie versucht sich ein Image als Klimaschützer aufzubauen Input Daniel Hiß, DNR: Was sagt die Klimawissenschaft zu Erdgas? Input Lisa Fischer, E3G: Wie wird politisch mit Erdgas geplant? Moderation: Laura Weis, PowerShift Anmeldung bis zum 08. November 2016 unter: https://attendee.gotowebinar.com/register/3776632604155079170   Online-Seminar 2: Raus aus Kohle, Atom und Gas – Szenarien für 100% Erneuerbare bei Strom und Wärme Mittwoch, 16. November 2016, 17:30-19:00 Uhr Input Prof. Dr. Hans-Martin Henning, Fraunhofer ISE: 100 Prozent Erneuerbare Energie für Strom und Wärme in Deutschland, Szenario des Fraunhofer ISE Input Michael Friedrich, Greenpeace Energy: Sektorkopplung durch Energiewende, Szenario von Greenpeace Energy Kurzinput Dr. Kathrin Goldammer, Reiner-Lemoine-Institut: Kommentierung der Szenarien Moderation: Laura Weis, PowerShift und Daniel Hiß, DNR Anmeldung bis zum 15. November 2016 unter: https://attendee.gotowebinar.com/register/1662980928941595650   Wichtige Informationen zu den technischen Voraussetzungen für die Teilnahme sowie die ausführliche Veranstaltungsbeschreibung können unter folgendem Link abgerufen werden:  https://power-shift.de/wp-content/uploads/2016/11/Ankündigung_Webinar-Reihe-Erdgas-und-Klimawandel_PowerShift_DNR.pdf]]>

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