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Vom Paradies der Agrargifte zum Paradies der Agrarökologie – mission impossible?

April 27 @ 19:00 - 21:30

Brasilien ist Weltmeister der Agrargifte. Seit 2010 werden in dem südamerikanischen Land mehr als eine Million Tonnen Pestizide jährlich in der Landwirtschaft versprüht. Daher trägt es den unrühmlichen Titel des größten Pestizidverbrauchers weltweit: im rechnerischen Durchschnitt kommen 7,3 Liter Agrargift auf jede Person in Brasilien. Und mit Tereza Cristina ist eine erklärte Lobbyistin in Sachen Agrargifte Landwirtschaftsministerin geworden, die zusammen mit dem rechtsextremen Präsidenten, Jair Bolsonaro, seit dessen Amtsantritt 2019 so viele Agrargifte wie noch nie freigegeben hat: im Zeitraum 1.1.2019 bis 25.2.2022 waren es 1.635 neue Pestizide, die laut Erhebungen des Universitätsprofessors Marcos Pedlowski der Universidade Estadual do Norte Fluminense in Campos dos Goytacazes im Norden des Bundesstaates Rio de Janeiro von der Bolsonaro-Regierung freigegeben wurden. In Brasilien sprüht das Agrobusiness, was das Zeug hält: „Brasilien – das Paradies der Agrargifte“, so beschrieb es das Internetportal Carta Capital bereits 2019.
Viele der in Brasiien erlaubten Agrarchemikalien sind beispielsweise in der EU verboten. Das hält aber europäische Konzerne wie Bayer, BASF und Syngenta z.B. nicht davon ab, Pestizide mit in der EU verbotenen Substanzen nach bzw. in Brasilien zu verkaufen. Deswegen treten auch hier in der Bundesrepublik Deutschland viele Nichtregierungsorganisationen für einen raschen Exportstopp solcher Pestizide ein, eine Forderung, die es sogar bis in den Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung schaffte. Nur, wann wird das endlich konkret?

 

Referent:innen:

  • Larissa Bombardi, ist Universiätsprofessorin für Geografie an der Universität von São Paulo (USP) und forscht zu den Folgen des Pestizideinsatzes in Brasilien. Wegen Drohungen musste sie ins Exil nach Brüssel gehen. Sie wird Ergebnisse ihrer Forschung für uns darlegen.
  • Stig Tanzmann, ist Referent für Landwirtschaft in der Politikabteilung von Brot für die Welt und befasst sich seit Jahren intensiv mit Agrarökologie, unter anderem in Brasilien. Er wird für uns die Erwartungen an den Koalitionsvertrag hinsichtlich der Stärkung Agrarökologie analysieren.
  • Marius Stelzmann, Coordination gegen BAYER-Gefahren, wird gegen Ende der Veranstaltung ein Update zur am 29.4.2022 in Leverkusen virtuell stattfindenden Jahreshauptversammlung von BAYER berichten (zugeschaltet per Zoom).

Moderation: Vinícius Mendes

Veranstaltung auf Portugiesisch und Deutsch mit Konsekutivverdolmetschung, Eintritt frei!

 

Eine gemeinsame Veranstaltung von [alphabetisch sortiert]: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt, attac, Brasilien Initiative Berlin, Brasilien Initiative Freiburg, Brot für die Welt, Coordination gegen BAYER-Gefahren, Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre, FreundInnen der brasilianischen Landlosenbewegung MST, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL), Gesellschaft für bedrohte Völker, INKOTA-netzwerk, Kooperation Brasilien, Misereor, Netzwerk gerechter Welthandel, Pestizid Aktions-Netzwerk und PowerShift.

 

Mit freundlicher Unterstützung:

 

Details

Datum:
April 27
Zeit:
19:00 - 21:30
Termin-Tags:
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Veranstaltungsort

Brot für die Welt, Evangelisches Werk für Entwicklung und Diakonie e.V.
Caroline-Michaelis-Str. 1
Berlin-Mitte, 10115 Germany
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