Rohstoffstreit in der WTO: EU verklagt China

Ein gutes Beispiel dafür, dass die EU nicht nur schön klingende Papiere produziert, sondern auch knallharte Interessen im Rohstoffbereich vertritt, ist der soeben von der EU angestrengte WTO-Streitfall gegen China. Nach Ansicht der Europäer treibt die chinesische Regierung mit Ausfuhrbeschränkungen die weltweiten Preise für Rohstoffe wie Phosphor, Bauxit, Mangan oder Magnesium in die Höhe – worunter insbesondere die europäischen Unternehmen zu leiden hätten. Auch die USA und Mexiko sind in den Streitfall auf Seiten Europas eingestiegen.

Die Chinesen hingegen begründen die Exportbeschränkungen mit umweltpolitischen Erwägungen. Die Extraktion gerade dieser Ressourcen ist sehr energieintensiv und belastet die Umwelt in hohem Maße. Deswegen soll der Weltmarktdruck auf dieser Rohstoffe gemildert werden. Man mag darüber streiten, ob hinter den Beschränkungen nicht noch andere Motive stecken. Das Umweltargument ist aber zumindest nicht falsch. Obwohl auch die USA, Großbritannien und  Russland nicht unbeträchtliche Phosphorreserven besitzen, wurde deren Abbau schon in den 90er Jahren eingestellt. Der Grund: Heftige Umweltverschmutzungen. Aber was dort galt, soll nun in China offenbar nicht mehr gelten dürfen.

@chrismethmann