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Rohstoffboom im Amazonas verschärft Klima- & Menschenrechtskrise. Hintergrundpapier zeigt Verantwortung Deutschlands und der EU

Bauxitabbau im Amazonas. (Foto: Joao Ramid)

Berlin, 24.11.2025: Ein heute veröffentlichtes Hintergrundpapier der Berliner Umwelt- und Menschenrechtsorganisation PowerShift zeigt: Der Abbau metallischer Rohstoffe im brasilianischen Amazonasgebiet steht exemplarisch für die Widersprüche globaler Klimapolitik. Während Regierungen weltweit auf Dekarbonisierung setzen, wächst der Bedarf an Metallen wie Aluminium, Eisen und Kupfer kontinuierlich. Dies hat gravierende Folgen für die Menschen, die Umwelt und das Weltklima.

Die Überschreitung der 1,5 Grad Grenze im Jahr 2024 sowie der erste erreichte Klimakipppunkt 2025 verdeutlichen die Dringlichkeit einer echten Transformation. Dennoch fließt nur ein kleiner Teil der weltweit geförderten Metalle in Technologien für die Energiewende. Der Großteil landet in der herkömmlichen Industrieproduktion. Gleichzeitig expandiert der Bergbau in ökologisch hochsensiblen Gebieten wie dem Amazonas, einer Region von globaler Bedeutung für Biodiversität und Klimaschutz.

Das Hintergrundpapier erläutert ausführlich, wie Bergbauprojekte indigene und traditionelle Gemeinschaften bedrohen, Wälder zerstören und Flüsse verschmutzen. Es zeigt zudem, dass auch die für Abbau, Verarbeitung und Export benötigte Infrastruktur massive ökologische und soziale Auswirkungen hat. Die in Brasilien geförderten Rohstoffe gelangen über internationale Lieferketten bis nach Deutschland und Europa. Sie stecken in Fahrzeugen, Infrastruktur und Konsumgütern.

Constantin Bittner, Koordinator des Arbeitskreises Rohstoffe bei PowerShift, kommentiert:

„Um echten Klimaschutz zu betreiben und eine global gerechte Energiewende zu ermöglichen, müssen wir uns mit der Frage beschäftigen, wo die dafür nötigen Rohstoffe herkommen, unter welchen Umständen sie abgebaut werden und welche Auswirkungen der Abbau und die Verarbeitung auf dort lebenden Menschen hat. Der wachsende Abbau metallischer Rohstoffe, den Bergbauunternehmen zunehmend mit der Lösung der Klimakrise begründen, zerstört Lebensräume und Ökosysteme – obwohl nur ein kleiner Teil tatsächlich in Technologien der Energiewende fließt. Der Großteil landet weiterhin in der konventionellen Industrieproduktion. Eine global gerechte Energiewende und wirksamer Klimaschutz können daher nur gelingen, wenn sie auch konsequent mit einer umfassenden Rohstoffwende verbunden werden.“

Der deutliche Protest indigener und traditioneller Gemeinschaften im Rahmen der COP30 in Belém hat erneut gezeigt, wie eng Rohstoffabbau, Menschenrechte und Klimaschutz miteinander verknüpft sind. Angesichts ihres hohen Rohstoffbedarfs tragen Deutschland und die EU eine besondere Verantwortung, die Situation vor Ort nachhaltig zu verbessern. Das Hintergrundpapier liefert dafür zentrale Erkenntnisse und politische Handlungsempfehlungen.

Die gesamte Publikation, die PowerShift heute zusammen mit dem Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V. und Kooperation Brasilien e.V. veröffentlicht hat, finden Sie hier: https://power-shift.de/bergbau-brasilien-erz-gesucht-amazonas-verloren/

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an:

  • Constantin Bittner, Koordinator des AK Rohstoffe bei PowerShift, constantin.bittner@power-shift.de, +49 (0)30 419 341 82
    Adrian Bornmann, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei PowerShift, adrian.bornmann@power-shift.de, +49 (0)30-27590497

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