Rebound revisited

Vor zwei Wochen hat ein US-amerikanisches Institut mit dem wundervollen Namen ‚Breakthrough‘ einen eine Generalabrechnung mit der Idee der Energie- oder Ressourceneffizienz veröffentlicht. Die These, das mehr Effizienz zu mehr Verbrauch anheizt („Rebound Effekt“) ist nicht neu, aber wohl kaum so eindrücklich empirisch belegt wie in dieser Studie. Die Verfasser werten etwa 100 wissenschaftliche Arbeiten zur Effizienzfrage aus und kommen zu dem einfachen Schluss: Es gibt viele Gründe, warum man Effizienzsteigerungen politisch wollen kann – Umwelt- oder Klimaschutz gehört jedoch nicht dazu. Der ‚Technology Review‘ Blog bietet eine gute Zusammenfassung der Studie auf Deutsch, das Institut selbst etwas ausführlicher auf Englisch, und natürlich die Studie selbst. Lesenswert!

@chrismethmann

4 Kommentare

  1. Pingback: Holz aus Afrika für warme Stuben in Berlin « Umweltgerechtigkeit – das Blog zur Klima-, Ressourcen- & Umweltgerechtigkeit

  2. Wolfgang Sterk

    Ich empfehle, climateprogress.org nach „Breakthrough Institute“ (mit Anführungszeichen) zu durchsuchen. Hier speziell zu dem Papier: http://climateprogress.org/2011/02/23/energy-efficiency-and-the-rebound-effect/

  3. Jörg Haas

    .. und wenn man schon dabei ist: http://climateprogress.org/2011/02/15/the-breakthrough-institute-attack-energy-efficiency-clean-energy-backfire-rebound-effect/
    und
    http://climateprogress.org/2009/06/17/the-breakthrough-institute-shellenberger-nordhaus-waxman-markey/

    Ich fände es schon schade, wenn die destruktive Agenda eines US Think tanks, bei dem sich regelmässig das American Entreprise Institute und die nutcases der Republikaner bedienen, nun auf der Linken reproduziert wird.

  4. Chris Methmann

    Danke für den Hinweis auf die Diskussion! Natürlich sind Nordhaus/Schellenberg und das Breakthrough-Insitut nicht ganz unproblematische Figuren. Ich fände es aber auch schade, wenn die notwendige kritische Diskussion um die Effizienz-Euphorie allein dadurch diskreditiert würde, dass sie von der falschen Seite kommt. Und immerhin muss man festhalten, dass es sich bei der Studie um ein Literature-Review handelt – die Ergebnisse also nicht allein auf deren Mist gewachsen sind.

    Breakthrough sind ja nicht die einzigen, die den Rebound beschreiben, auch das staatliche „UK Energy Research Centre“ hat eine Studie dazu veröffentlicht. Es mag die Sache nicht so polemisch formulieren, aber in der Essenz geht es in eine ähnliche Richtung. Und ich meine auch schon mal Leute vom Wuppertal Institut zu dem Thema sprechen gehört zu haben…

    Ich will ja nicht sagen, dass Effizienz nicht sinnvoll ist, aber m.E. deuten diese Erkentnisse darauf hin, dass viele der Energieszenarien in ihren Annahmen bzgl. Effizienz zu optimistisch sind, weil eben zu wenig über Rebound nachgedacht wird…Wenn ich in der neuen WWF-Studie lese, dass der Umstieg auf EE in kürzester Zeit „ohne radikale Lebensstil-Änderung“ machbar sein soll, dann will ich das gerne glauben. Aber wenn ein Großteil davon auf Energieeffizienz beruhen soll, dann bin ich vor dem genannten Hintergrund einfach skeptisch. Und m.E. muss man darüber kritisch diskutieren können – egal, ob dann auch die Republikaner dabei abschreiben.

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