PM: Industrie 4.0 droht zum Ressourcenfluch 4.0 zu werden

Pressemitteilung: Industrie 4.0 droht zum Ressourcenfluch 4.0 zu werden

Berlin (16.2.2017): Die Digitalisierung der Ökonomie wird den Verbrauch metallischer Rohstoffe anheizen, deren Abbau schon heute zu Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung führen, warnt die Organisation PowerShift in einer am heutigen Donnerstag veröffentlichten Studie. „Industrie 4.0 in Europa droht zum Ressourcenfluch 4.0 in den rohstoffreichen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas zu werden“, sagt Michael Reckordt, Autor der Studie von PowerShift.

Als zentrale Herausforderung wird der ansteigende Verbrauch von metallischen Rohstoffen in der Studie beschrieben. „Die von der Industrie versprochene Dematerialisierung ist nicht abzusehen. Im Gegenteil: Die mit Industrie 4.0 verbundenen Technologien werden die Nachfrage nach metallischen Rohstoffen antreiben“, verweist Hannah Pilgrim, die Co-Autorin der Studie, auf die steigende Nachfrage nach Lithium, Seltenerdmetallen, Tantal oder Kobalt.

„Das Versprechen der Politik, Industrie 4.0 mache die Wirtschaft nachhaltiger, wird sich nicht von alleine erfüllen. Ohne politische Flankierung mit verbindlichen Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette sowie einer Zielsetzung zur absoluten Reduktion des Rohstoffverbrauchs, wird die Digitalisierung der Wirtschaft zur Bedrohung für Mensch und Umwelt in den ressourcenreichen Staaten“, ergänzt Reckordt.

Link zur Studie:

Ressourcenfluch 4.0 – die sozialen und ökologischen Auswirkungen von Industrie 4.0 auf den Rohstoffsektor

Über PowerShift:

PowerShift – Verein für eine ökologisch-solidarische Energie- & Weltwirtschaft e.V. befasst sich mit energie-, klima-, rohstoff-, handels- und wirtschaftspolitischen Fragen (PowerShift e.V.). Durch Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, Forschung und politische Aktivitäten möchten wir zu einer globalen Energie- und Rohstoffwende sowie gerechteren weltwirtschaftlichen Beziehungen beitragen. Von Beginn an arbeiten wir aktiv im AK Rohstoffe mit, einem Netzwerk deutscher Nichtregierungsorganisationen, die sich für Menschenrechte, soziale Standards und Umweltschutz einsetzen. Seit 2013 ist das Koordinationsbüro des AK Rohstoffe bei PowerShift angesiedelt.

Weitere Informationen:

Arbeitskreis Rohstoffe (2016): Für eine demokratische und global gerechte Rohstoffpolitik

Medienkontakt:

PowerShift / AK Rohstoffe
Michael Reckordt
Mobil: 0151 / 211 676 18
E-Mail: michael.reckordt@power-shift.de

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