Pressemitteilung

Offener Brief: Keine Investitionen in neue Gas-Infrastruktur!

Offener Brief an Umweltministerin Schulze und Wirtschaftsminister Altmaier: Keine neuen Investitionen in Gas-Infrastruktur!
PowerShift sowie zahlreiche weitere Organisationen unterstützen die Gastivists Berlin in ihrer Forderung an die Bundesregierung, keine öffentlichen Bürgschaften für neue Gasinfrastruktur in Kanada zu vergeben. Im Rahmen einer Petition kann der Offene Brief der Gastivists Berlin mitgezeichnet werden.   Sehr geehrte Frau Umweltministerin Schulze, Sehr geehrter Herr Wirtschaftsminister Altmaier, Sehr geehrte Damen und Herren, mit diesem Schreiben fordern wir Sie dazu auf, keine Garantie für einen Ungebundenen Finanzkredit (UFK-Garantie) in Höhe von bis zu 4 Milliarden US-Dollar zum Bau eines Flüssiggasterminals und Erschließung der Gasfelder in Goldboro, Kanada, an das Unternehmen Pieridae Energy zu vergeben.[1] Eine öffentlich gedeckte Bürgschaft der Bundesregierung für die Förderung und den Import von gefracktem Gas aus Nordamerika nach Europa darf nicht erteilt werden.

Warum ist das wichtig?

Die folgenden Punkte machen deutlich, warum die Garantien weder in Bezug auf Wirtschaft, noch auf Klima und Umwelt im allgemeinen Interesse sind. 1. Neue Gasinfrastruktur verzögert die Umstellung auf 100% erneuerbare Energien im In- und Ausland. Öffentlich geförderte Investitionen in Erdgas gehen zu Lasten von Erneuerbaren und verbauen den Weg zur Energiewende, die unverzüglich umgesetzt werden muss.[2] Investitionen sollten ausschließlich in erneuerbare Energien getätigt werden. 2. Die Investition untergräbt Deutschlands angestrebte Rolle als internationaler Vorreiter in der Bewältigung der Klimakrise. Die Verwendung von fossilen Energieträgern trägt zur Verschärfung der Klimakrise bei.[3] Daher braucht es den nationalen Kohleausstieg und keine zusätzliche Verbrennung von importierten fossilen Brennstoffen. 3. Vor dem Hintergrund, dass sich bereits eine sogenannte Kohlenstoffblase auf den Finanzmärkten zu bilden droht[4] und es sich um einen Kredit für ein klimapolitisch kontraproduktives Projekt handelt, ist die UFK-Garantie risikomäßig nicht vertretbar. 4. Das Gas, welches in Goldboro verflüssigt werden soll, wird größtenteils durch Hydraulic Fracturing (Fracking) gewonnen. Dieses besonders umwelt- und klimaschädliche Verfahren der Gasgewinnung gefährdet Grundwasser und Flüsse durch Verunreinigung mit giftigen Chemikalien. Aus diesen Gründen ist Fracking in Deutschland seit 2016 in Schiefer- und Kohleflözgestein verboten.[5] Das Fracking-Verbot sollte nicht durch den Import von gefracktem Gas aus den USA und Kanada untergraben werden. 5. Darüber hinaus bedrohen die Förderstätten des in Goldboro zu verschiffenden Gases die lokale Bevölkerung. So etwa in der Montney-Formation, in Quebec, New-Brunswick, Nova-Scotia und in der Marcellus-Formation in den USA, was indigene & andere betroffene Gruppen sowie Menschenrechts- und Umweltorganisationen scharf kritisieren.[6] 6. Eine effektive und kosteneffiziente Weise um Energiesicherheit herzustellen, sind Investitionen in Energieeffizienz und eine Erhöhung nationaler Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien in den Händen der Bevölkerung. All dies zeigt, dass die geplanten umfassenden Garantien weder der Bevölkerung in Kanada, noch der Wirtschaft in Deutschland und Europa nützen. Bei der Vergabe der UFK-Garantie zum Bau eines Flüssiggasterminals in Goldboro handelt es sich vielmehr um eine grobe finanzielle Fehlentscheidung gegen die deutschen und internationalen Klimaziele, die nicht rohstoffwirtschaftlich haltbar sind. Unterschrieben Gastivists Berlin Gastivists Network 350.org PowerShift e.V. Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUNDjugend) NaturFreunde Deutschlands e.V. urgewald e.V. Environnement Vert Plus Food & Water Europe Prospérité sans Pétrole NON à une marée noire dans les St-Laurent Green 13 Toronto Tache D’Huile Regroupement vigilance hydrocarbures Québec (RVHQ) Coule Pas Chez Nous Transition Capitale-Nationale Montmagny en Transition Ecology Action Centre The Energy Mix Glasswaters Foundation Responsible Energy Action (REA) Grouvidham The Council of Canadians Berliner Wassertisch Hamburger Energietisch Bürgerinitiative Uelzen attac Celle Kein Fracking im Artland Bürgerinitiative Fracking freies Hessen Bürgerinitiatve Freies Hamburg Bürgerinitiative Gemeinsam gegen Gas- und Probebohrungen am Niederrhein Post Fossil – AG Kassel Coalition citoyenne Beauce Etchemin Nova Scotia Fracking Resource and Action Coalition [1] https://laurentianbank.na.bdvision.ipreo.com/NSightWeb_v2.00/Downloads/Files/f5c85079-8023-481e-a2be-3bf267dc1645.pdf?tics=636516872151337519 [2] http://www.rosalux.eu/publications/global-gas-lock-in-bridge-to-nowhere/ [3] http://science.sciencemag.org/content/361/6398/186 [4] https://gofossilfree.org/de/was-ist-die-kohlenstoffblase/ [5] https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2016/07/2016-07-08-fracking-gesetz.html [6] http://thechronicleherald.ca/novascotia/1228780-mi-kmaq-unanimous-in-opposition-to-fracking
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