Offener Brief: Fracking verbieten, Klima schützen, Energiewende voranbringen

Gemeinsam mit über 30 Organisationen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen hat PowerShift die Fraktionsspitzen von SPD und CDU/CSU im Bundestag in einem offenen Brief dazu aufgefordert, Fracking zu verbieten. Zu den Unterzeichnern des Briefes zählen unter anderem ver.di, die IG BAU, die Umweltbeauftragte der evangelischen Kirche, Brot für die Welt, die Vereinigung der Privaten Brauerein Deutschlands sowie zahlreiche Umweltorganisationen und lokale Initiativen gegen Fracking.

Fracking-Aktion-Kanzleramt_2015Vor der Sommerpause war die Abstimmung über das Fracking-Regelungspaket im Bundestag überraschend verschoben worden. In den kommenden Wochen soll zwischen den Regierungsfraktionen weiter über das Gesetzespaket verhandelt werden. Aus Sicht der unterzeichnenden Organisationen würde der bisherige Entwurf für das Fracking-Regelungspaket mit der Erlaubnis von Fracking klima- und energiepolitisch falsche Akzente setzen. Stattdessen fordern die Organisationen einen zügigen Ausbau der erneuerbaren Energien und konsequenten Klimaschutz. In dem Brief heißt es:

„Die Verabschiedung des Fracking-Gesetzespakets würde das Zeitalter der klimaschädlichen fossilen Energien künstlich verlängern und hohe finanzielle und ökologische Kosten für die Allgemeinheit verursachen. Mittlerweile haben ungefähr 2.500 Städte und Gemeinden in Deutschland Resolutionen gegen Fracking verabschiedet und bezeichnen sich als „frackingfrei“. Kirchen, Wasserversorger, Umweltschutz- und Entwicklungsorganisationen, Bürgerinitiativen, Gewerkschaften sowie VertreterInnen der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie haben sich in den vergangenen Monaten kritisch zu dem vorliegenden Gesetzespaket geäußert. Der Trinkwasserversorgung ist immer Vorrang vor der Rohstoffgewinnung zu gewähren. Allein die Öl- und Gasindustrie begrüßt das Regelwerk.

Anders als von den Unternehmen der Erdöl- und Erdgasgewinnung behauptet, würde der Einsatz von Fracking in Deutschland keinen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten oder die Energiepreise senken – dazu sind die vermuteten Vorkommen, die in Deutschland mithilfe von Fracking gewonnen werden könnten, zu klein. Die Erfahrung in anderen Ländern zeigt zudem, dass die Schätzungen der gewinnbaren Mengen im Verlauf der Erprobungsphase in der Regel nach unten korrigiert werden müssen. Eine Ausweitung von Fracking in Deutschland würde angesichts dieser eher marginalen industriewirtschaftlichen Bedeutung arbeitsmarktpolitisch keine spürbaren positiven Wirkungen erwarten lassen, demgegenüber jedoch Arbeitsplätze in Branchen gefährden, die sauberes Trinkwasser produzieren, wie der Wasserwirtschaft, oder die auf sauberes Wasser angewiesen sind. Unter anderem solche in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie.“

Den Brief in gesamter Länge finden Sie hier.

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