Offener Brief an den ecuadorianischen Präsidenten

Sehr geehrter Herr Präsident Rafael Correa Delgado,
mit großer Freude haben wir Ihre Entscheidung vom 12. Januar dieses Jahres zur Kenntnis genommen, das Schließungsverfahren gegen Acción Ecológica einzustellen. Die Wahrung der Meinungs- und Organisationsfreiheit ist ein wichtiges Gut in einer Demokratie und Gesellschaft der Teilhabe. Die Dramatik gleichzeitiger globaler Herausforderungen – Klimawandel, Armut, Migration, Energiehunger, Rohstoffknappheit, Antiterrorkampf usw. – setzen vor allem die Staaten des globalen Südens stark unter Druck. Vor diesem Hintergrund ist das Zulassen von kritischen Stimmen der Zivilgesellschaft besonders bedeutsam.

In diesem Zusammenhang möchten wir die Forderung von Acción Ecológica ausdrücklich unterstützen, eine Friedens- und Aufklärungskommission im Gebiet der Shuar in der Provinz Morona Santiago einzusetzen.

Wir sind entsetzt über die Ausrufung des Ausnahmezustands und den Einsatz des Militärs, um Proteste gegen die geplante Kupfermine des chinesischen Konzerns Explorcobres SA gewaltsam niederzuschlagen. In deren Folge sind bereits ein Toter und mehrere Verletzte sowie die Inhaftierung von indigenen FührerInnen zu beklagen.

Wir fordern Sie daher auf: initiieren Sie einen nationalen Dialog zwischen allen beteiligten Akteuren mit dem langfristigen Ziel, finanzielle Alternativen zur Rohstoffausbeutung für die
Bekämpfung von Armut zu finden.

Hochachtungsvoll,

die unterzeichnenden Organisationen:
Attac Dresden
Christliche Initiative Romero e.V. – CIR
Facing Finance e.V.
Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V. – FDCL
Forum Umwelt und Entwicklung
GegenStrömung
Gesellschaft für bedrohte Völker e.V.
INFOE – Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie e.V.
Informationsstelle Peru e.V.
Intag e.V. und Freundeskreis
Klima-Bündnis
PowerShift e.V.
Rettet den Regenwald e.V.
Sukuma arts e.V.
Urgewald e.V.
YASunidos Deutschland