Münchener Rohstoff…ähhh…Sicherheitskonferenz

Morgen startet in München die Sicherheitskonferenz, auf der sich wie jedes Jahr ranghohe Militärs und Politiker treffen, um über Krieg und (eher seltener) Frieden zu sprechen. Eigentlich, so könnte man meinen, wäre ja mit dem Thema Afghanistan genug Diskussionsstoff vorhanden. Aber entweder ist das den Damen und Herren von der Sicherheit zu langweilig – Krieg geführt wird dort ja immerhin schon seit 8 Jahren, und verändert hat sich seitdem wenig. Oder auch einfach nur zu kompliziert. Wie auch immer – auf jeden Fall muss diesmal auch das Thema Rohstoffe herhalten. Bei den Rohstoffen ist die Lage nämlich viel einfacher: Unsere Rohstoffe liegen unter dem Boden anderer Länder, und wir müssen sie deswegen schnellstens in Sicherheit bringen.

Bundersminsterium für Europa, Integration und Äußeres_Sicherheitskonferenz München_flickr (https://www.flickr.com/photos/minoritenplatz8/12247980584/in/photolist-jEhNae-jEgUu2-jEgTCx-jEj6V3-jEsS5i-jEhLFx-jEsR64-jEjNTh-jEJU3B-jEsQhk-jEj6yb)Diesen Eindruck vermittelt zumindest der Blick aufs Programm. So macht sich beispielsweise der BDI schon morgen im Haus der bayrischen Wirtschaft auf einem Side-Event über das „Risiko Rohstoffversorgung“ Sorgen. In der Einladung heißt es, der „international zunehmende Wettbewerb um den Zugang zu Rohstoffen“ habe „sicherheitspolitische Relevanz“. Schön, dass das wenigstens so offen ausgesprochen wird.

Eine Reihe von Nichtregierungsorganisationen hat die Verknüpfung von Sicherheit und Rohstoffen in einer Pressemitteilung als einseitig kritisiert. Viel drängender seien Fragen von Menschenrechten und gerechter Entwicklung. Und: Stabilität lasse sich sowieso nicht militärisch herstellen. Da haben sie mal recht. Man könnte noch hinzufügen: Auch wenn die Industrieländer Rohstoffe gerade nicht als Sicherheitsproblem darstellen, sind sie keineswegs zimperlich, wie ihre aktuelle Außenhandelspolitik zeigt. Kern des Problems ist der Überkonsum an Rohstoffen in den Industrieländern, der die human security in den Entwicklungsländern bedroht. Das wäre doch mal ein Thema für die Sicherheitskonferenz. Aber das ist denen wahrscheinlich auch wieder zu kompliziert.

@chrismethmann