Minegolia – Bergbau in der Mongolei

John-Poole-Pumping-water-for-the-family-camels-in-Mongolia_flickr_7248837384-with-CClicense1.jpg Bergbau in der Mongolei bedroht die Wasserressourcen der Hirtenfamilien und lokalen Bevölkerung

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Bergbau in der Mongolei bedroht die Wasserressourcen der Hirtenfamilien und lokalen Bevölkerung

„Minegolia“ wurde zum Spitznahmen der Mongolei, als zu Beginn des Jahrzehnts der Bergbau dort boomte. Auch andere Nationen versuchten an diesem ökonomisch verheißungsvollen Unternehmen teilzuhaben. So reiste Angela Merkel 2011 in das Steppenland, um eine bilaterale Rohstoffpartnerschaft zwischen Deutschland und der Mongolei abzuschließen[i]. Ziel war es Industrie-, Entwicklungs- und Außenhandelspolitik mit einander zu verzahnen. Phillip Rösler, zu dieser Zeit Wirtschaftsminister, stellt jedoch die Prioritäten des Vertrages klar hervor: „wir [leisten] so einen Beitrag für eine sichere Rohstoffversorgung der deutschen Wirtschaft. Denn Rohstoffe sind die unverzichtbare Grundlage für industrielle Produktion und wirtschaftliche Wertschöpfung. Deshalb freue ich mich besonders, dass heute das erste deutsche Regierungsabkommen über eine Rohstoffpartnerschaft mit der Mongolei abgeschlossen werden konnte.“[ii] Zivilgesellschaftliche Organisationen kritisieren die Rohstoffpartnerschaft als zu eng auf das deutsche Industrieinteresse der Rohstoffversorgung fokussiert. Der Vertrag mit der Mongolei erwähnt nicht einmal Umwelt- oder Menschenrechtsstandards. Im Gegenteil birgt er die Gefahr Bergbau voran zu treiben und erhöht somit das Risiko von Menschenrechtsverletzungen und Umweltproblemen. Die traditionelle Arbeitsteilung von wertschöpfenden Industrienationen und rohstoffexportierenden Entwicklungsländern wird zudem konsolidiert ohne Alternativen für das Partnerland zu schaffen[iii].

Wie sich die Partnerschaft bis jetzt entwickelt hat? Lesen Sie/ liest du hier (auf Englisch).

[i] Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Mongolei über Zusammenarbeit im Rohstoff-, Industrie- und Technologiebereich

[ii] BMWI: Erste Rohstoffpartnerschaft mit der Mongolei unterzeichnet

[iii] AK Rohstoffe: Damit aus Rohstoffpartnerschaften keine Leidensgemeinschaften werden- Forderungen an die Bundesregierung