Mehr als eine Woche der Alternativen – Positionspapier und Rohstoffsteckbriefe

Die 1. Alternative Rohstoffwoche hält Deutschland in Atem (12.-19.10.). Da sich noch niemand zu einer neuen Regierung durchringen konnte, kann endlich mal über Inhalte diskutiert werden. Und das geschieht momentan auf über 30 Veranstaltungen der unterschiedlichsten Art in Berlin und dem Rest des Landes. Organisiert haben diese Events die Mitglieder des AK Rohstoffe. Rohstoffgerechtigkeit ist sicher eines der großen verbindenden Schlagworte. Denn:

Der jetzige Rohstoffhunger droht zu einer Überschreitung der ökologischen Grenzen des Planeten zu führen,

erklärte Damian Ludewig, Geschäftsführer des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft, im Vorfeld des ersten Deutschen Rohstofftages am 11. September 2013 in Berlin. Die meisten Produkte „Made in Germany“ sind stark von Rohstoffimporten abhängig. Dadurch trägen die importierenden deutschen Unternehmen und die Bundesregierung mit ihrer Politik eine hohe Verantwortung für die sozialen und ökologischen Folgen der weltweiten Rohstoffgewinnung. Doch die deutsche Rohstoffpolitik setzt andere Schwerpunkte.

Anstatt über Wege zur Rohstoffsicherung der Industrie zu diskutieren, muss die Senkung des inländischen Rohstoffverbrauchs auf ein global gerechtes Niveau das zentrale Ziel sein,

fordert daher Klaus Seitz, Leiter der Abteilung Politik von Brot für die Welt. In dem Paper „Für eine demokratische und global gerechte Rohstoffpolitik“ positionieren sich über 35 Umwelt-, Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen für eine andere Rohstoffpolitik.

1. Rohstoffverbrauch senken:
Der Rohstoffverbrauch in Deutschland muss auf ein global gerechtes und ökologisch verträgliches Niveau gesenkt werden;
2. Menschenrechtliche Sorgfaltspflichten für Unternehmen:
Unternehmen, die Rohstoffe selbst abbauen, nutzen oder den Abbau finanzieren,müssen verbindlich zu gebührender Sorgfalt gegenüber den Menschenrechten verpflichtet werden. Zudem müssen effektive Entschädigungsmöglichkeiten fürBetroffene eingeführt werden;
3. Rohstoffpolitik demokratisieren:
Demokratische Spielräume in Deutschland und in den rohstoffreichen Ländern müssen zurückgewonnen werden. Konzerne dürfen keine Vorzugsbehandlung bekommen.
Titel des Forderungspapiers
Wer es zu keinem der vielen hervorragenden Events geschafft hat, dem sei noch eine kleine Lektüre ans Herz gelegt. Auf vier 2-seitigen Rohstoffsteckbriefen wird jeweils kurz auf einen Aspekte einer alternativen Rohstoffpoplitik eingegangen. Rohstoffpolitik demokratisieren bleibt dabei ein zentrale Forderung. Ein Beitrag zu einer solchen Demokratisierung können Alternative Rohstoffpartnerschaften leisten. Darüber hinaus müssen die Rohstoffkonzerne über verbindliche Transparenz- und Sorgfaltspflichten Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Ressourcen beteuern, führt zu zusaätzlichen Einnahmen der Abbauländer und kann gleichzeitig eine Lenkungswirkung entfalten, um den Rohstoffverbrauch auf ein global gerechtes Niveauzu senken.
Unsere Forderungen an eine zukunftsfähige Rohstoffpolitik sind klar, wir brauchen dann nur irgendwann mal wieder eine Regierung, an die wir diese Forderungen richten können.

 

1 Kommentar

  1. walterfriedmann

    Hat dies auf Forum Umwelt rebloggt.

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