Grenzenlose Freiheit? Was alles in einem Elektroauto steckt

Elektroautos werden gerne als die „grüne“ Lösung vermarktet. Sie ermöglichen einen vergleichweise schmerzfreien Umstieg innerhalb eines Systems, das weiterhin voll auf motorisierten Individualverkehr und wachsende Absatzmärkte setzt. Dabei wird meistens schon die Frage, mit welchem Strom die Elektroautos denn fahren sollen, ausgeblendet. Da hinten nichts rauskommt, wird das Elektroauto einfach als klimaneutral beworben. So rechnet man sich die eigene Welt schön.

Welche Rohstoffe ein wachsender Elektromobilitätssektor benötigt, wird vollkommen ausgeblendet. Der bisherige Trend zeigt, dass die Materialintensität in allen Autos steigt (siehe Abbildung). Es wird in Elektrowagen zwar weniger Stahl in der Karosserie verbaut, dafür aber weit mehr Aluminium als in herkömmlichen PKW. Der Bedarf an Kupfer für Motoren und Lithium für Batterien wächst ebenso. Grafik aus Steckbrief_Ueberblick

Dem Wachstum sind jedoch stoffliche Grenzen gesetzt. Daher drängen sich unter dem Gesichtspunkt der globalen Gerechtigkeit gleich mehrere Fragen auf: Woher kommen diese Rohstoffe? Wer baut sie dort wie ab? Was bringt der Rohstoffboom vor Ort? Wer darf eigentlich mitbestimmen und wie könnte es auch anders gehen?

Diese Punkte werden in den vier Steckbriefen jeweils kurz angesprochen. Mögliche Alternativen zur herrschenden Rohstoffpolitik werden in gesonderten Steckbriefen 2013 diskutiert. Die konkrete Nutzung der Rohstoffe für die Elektromobilität wirft darüber hinaus entscheidende Fragen der Klima- und Ressorcengerechtigkeit auf: Warum und für wen wird die Elektromobitätsindustrie derzeit eigentlich gefördert?

Ueberschrift fuer Steckbriefe
Rohstoffe für die Elektromobilität – Ueberblick:
„Das Thema Elektromobilität gewinnt in der deutschen Wirtschafts- und Klimapolitik sukzessive an Bedeutung. Die Förderung dieser Branche ist jedoch mit einer erheblichen Zunahme des internationalen Rohstoffhandels verbunden, der häufig entwicklungspolitische, ökologische sowie soziale Probleme und Herausforderungen nach sich zieht. …“ Seite 1 - Aluminium

Download: Rohstoffsteckbrief_Rohstoffe für die Elektromobilität

Aluminium – Die neue Leichtigkeit des Seins:
„Aluminium spielt in der Automobilindustrie eine wachsende Rolle: Das Metall ist leicht und zugleich bruchsicher in Legierungen. Daher kann es an vielen Stellen Stahl ersetzen. Gerade im Bereich der elektronisch angetriebenen Fahrzeuge bzw. Hybridwagen wird mehr und mehr Aluminium verbaut. …“

Download: Rohstoffe für die Elektromobilität_Aluminium

Seite 1 - Kupfer

Kupfer – Die schwarzen Flecken des roten Goldes:
„Schon heute werden in jedem PKW durchschnittlich 25 kg Kupfer verbaut. Das Metall wird vor allem für elektrische und elektronische Komponenten verwendet (Anlasser, Lichtmaschine, diverse kleinere Elektromotoren). In Elektroautos vervielfacht sich dementsprechend der Bedarf. …“

Download: Rohstoffe für die Elektromobilität_Kupfer

Lithium – Ein Stoff, nicht nur zum Träumen: Seite 1 - Lithium
„Das Interesse an dem Leichtmetall Lithium steigt. Denn aufgrund seiner hohen Energiedichte bei gleichzeitig geringem Gewicht eignet es sich besonders gut als Hochleistungsenergiespeicher. Daher wird der Rohstoff u.a. auch von der wachsenden Elektromobilitätsbranche nachgefragt. …“

Download: Rohstoffe für die Elektromobilität_Lithium