{"id":99982,"date":"2026-10-19T04:00:32","date_gmt":"2026-10-19T02:00:32","guid":{"rendered":"https:\/\/power-shift.de\/?p=99982"},"modified":"2026-10-16T13:42:46","modified_gmt":"2026-10-16T11:42:46","slug":"batterierohstoffe-reduzieren-neue-studie-fuer-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/power-shift.de\/fr\/batterierohstoffe-reduzieren-neue-studie-fuer-europa\/","title":{"rendered":"R\u00e9duire les mati\u00e8res premi\u00e8res des batteries: Comment l'Europe parvient \u00e0 la transition des transports avec moins d'exploitation mini\u00e8re"},"content":{"rendered":"<p><strong>Europa kann seine Abh\u00e4ngigkeit von Lithium, Nickel und Kobalt verringern, ohne auf die Elektrifizierung des Stra\u00dfenverkehrs zu verzichten. Entscheidend sind Recycling, kleinere und effizientere Elektroautos sowie eine Mobilit\u00e4t, die weniger Ressourcen ben\u00f6tigt.<\/strong><\/p>\n<p>Die Elektrifizierung des Stra\u00dfenverkehrs ist ein wichtiger Bestandteil des Klimaschutzes. Doch mit der wachsenden Zahl von Elektroautos steigt in vielen Szenarien auch der Bedarf an Batterierohstoffen. Europa steht deshalb vor einer grundlegenden Frage: Wie l\u00e4sst sich der Verkehr dekarbonisieren, ohne neue, immer gr\u00f6\u00dfere Abh\u00e4ngigkeiten von metallischen Rohstoffen und zus\u00e4tzlichen Bergbauprojekten zu schaffen?<\/p>\n<p>Eine neue Untersuchung der \u00d6ko-Institut im Auftrag von PowerShift, SOMO und Seas At Risk zeigt, dass der Rohstoffbedarf politisch gestaltbar ist. Sie untersucht, wie die Europ\u00e4ische Union den Bedarf an kritischen Batteriematerialien reduzieren und damit ihre Versorgungssicherheit st\u00e4rken kann.<\/p>\n<p><strong>Das zentrale Ergebnis:<\/strong> Europa muss sich nicht zwischen Klimaschutz, Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Rohstoffsicherheit entscheiden. Eine Verkehrswende, die Materialien effizienter nutzt und den Bedarf von vornherein senkt, kann alle drei Ziele unterst\u00fctzen.<\/p>\n<h2>Warum Europa weniger Batterierohstoffe braucht<\/h2>\n<p>Die Europ\u00e4ische Union will ihre Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Energietr\u00e4gern verringern. Die Elektrifizierung des Stra\u00dfenverkehrs spielt dabei eine zentrale Rolle. Doch die Umstellung von Verbrennungsmotoren auf Elektroantriebe bringt neue Herausforderungen f\u00fcr die Rohstoffversorgung mit sich.<\/p>\n<p>F\u00fcr Batterien werden unter anderem Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan eingesetzt. Ihre Lieferketten sind teilweise stark konzentriert. Schwankende Rohstoffpreise, geopolitische Konflikte und Abh\u00e4ngigkeiten bei F\u00f6rderung und Verarbeitung k\u00f6nnen die Versorgung erschweren.<\/p>\n<p>Europa kann zus\u00e4tzliche Bezugsquellen erschlie\u00dfen, Verarbeitungskapazit\u00e4ten aufbauen und strategische Reserven anlegen. Diese Ma\u00dfnahmen allein l\u00f6sen jedoch nicht das grundlegende Problem: Wenn der Materialbedarf immer weiter steigt, bleibt die Abh\u00e4ngigkeit von internationalen Rohstoffm\u00e4rkten hoch.<\/p>\n<p>Deshalb braucht die europ\u00e4ische Rohstoffpolitik neben der Sicherung des Angebots eine zweite, bislang zu wenig beachtete S\u00e4ule: <strong>die gezielte Senkung der Nachfrage nach Prim\u00e4rrohstoffen<\/strong>.<\/p>\n<p>Zwar ver\u00e4ndert sich die Zusammensetzung von Batterien bereits. Neue Batterietechnologien k\u00f6nnen bestimmte Metalle teilweise ersetzen oder ganz vermeiden. Doch der Wechsel der Batteriechemie allein reicht nach Einsch\u00e4tzung der Untersuchung nicht aus, um das erwartete Wachstum des gesamten Rohstoffbedarfs auszugleichen.<\/p>\n<h2>Neue Studie: Ein gro\u00dfes, bislang ungenutztes Einsparpotenzial<\/h2>\n<p>Die Untersuchung <em>Decarbonising Road Transport Beyond Mining-Intensive Pathways<\/em> wertet Forschungsergebnisse zu ressourcenschonenden Wegen der Verkehrselektrifizierung aus. Die deutsche Kurzzusammenfassung verweist auf 30 ausgewertete Studien.<\/p>\n<p>Die Analyse identifiziert f\u00fcnf zentrale Handlungsfelder:<\/p>\n<ol start=\"1\">\n<li>Batterierecycling ausbauen und mehr Sekund\u00e4rrohstoffe einsetzen.<\/li>\n<li>Fahrzeuge und Batterien kleiner und leichter gestalten.<\/li>\n<li>Energie- und Materialeffizienz von Fahrzeugen verbessern.<\/li>\n<li>Verkehr auf ressourcenschonendere Verkehrsmittel verlagern.<\/li>\n<li>Unn\u00f6tige Wege und Autofahrten vermeiden.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Diese Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnen dazu beitragen, die Abh\u00e4ngigkeit von neu abgebauten Rohstoffen zu verringern. Zugleich er\u00f6ffnen sie die M\u00f6glichkeit, soziale und \u00f6kologische Belastungen des Bergbaus zu begrenzen.<\/p>\n<h3>Wie viel Lithium, Nickel und Kobalt kann Europa einsparen?<\/h3>\n<p>Die Studie f\u00fchrt Einsparpotenziale aus verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen zusammen. Die folgende \u00dcbersicht zeigt die jeweils h\u00f6chsten im deutschen Kurzbericht dargestellten Werte.<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<th>Ma\u00dfnahme<\/th>\n<th>lithium<\/th>\n<th>nickel<\/th>\n<th>Kobalt<\/th>\n<th>mangan\u00e8se<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Kleinere Fahrzeuge und Batterien, bis 2050<\/td>\n<td>22 %<\/td>\n<td>21 %<\/td>\n<td>19 %<\/td>\n<td>23 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>H\u00f6here Energieeffizienz, bis 2050<\/td>\n<td>28 %<\/td>\n<td>29 %<\/td>\n<td>25 %<\/td>\n<td>25 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Verkehrsverlagerung und Verkehrsvermeidung, bis 2050<\/td>\n<td>36 %<\/td>\n<td>36 %<\/td>\n<td>36 %<\/td>\n<td>Nicht ausgewiesen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Recycling, 2040<\/td>\n<td>52 %<\/td>\n<td>50 %<\/td>\n<td>69 %<\/td>\n<td>19 %<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>Source:<\/strong> \u00d6ko-Institut Consult, <em>Decarbonising Road Transport Beyond Mining-Intensive Pathways<\/em> (2026); deutsche Kurzzusammenfassung, Seite 2.<\/p>\n<p><strong>Wichtig zur Einordnung:<\/strong> Die Zahlen stammen aus unterschiedlichen Studien und Szenarien mit verschiedenen Annahmen, Betrachtungszeitr\u00e4umen und Bezugsgr\u00f6\u00dfen. Sie sind deshalb nicht direkt miteinander vergleichbar und d\u00fcrfen nicht addiert werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-99984 size-large\" src=\"https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/einsparpotenziale_batteriemetalle_original-1024x777.jpg\" alt=\"Infografik zu Einsparpotenzialen bei Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan durch kleinere Elektroautos, h\u00f6here Energieeffizienz, Verkehrsverlagerung und Batterierecycling.\" width=\"980\" height=\"744\" srcset=\"https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/einsparpotenziale_batteriemetalle_original-1024x777.jpg 1024w, https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/einsparpotenziale_batteriemetalle_original-300x228.jpg 300w, https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/einsparpotenziale_batteriemetalle_original-768x583.jpg 768w, https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/einsparpotenziale_batteriemetalle_original-16x12.jpg 16w, https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/einsparpotenziale_batteriemetalle_original-600x455.jpg 600w, https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/einsparpotenziale_batteriemetalle_original.jpg 1479w\" sizes=\"auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px\" \/><\/p>\n<p>Recycling verringert den Bedarf an <strong>Prim\u00e4rrohstoffen<\/strong>, also neu gewonnenen Materialien. Die anderen Ma\u00dfnahmen zielen darauf, den <strong>gesamten Materialbedarf<\/strong> zu senken. Einige Sch\u00e4tzungen beziehen sich auf kumulierte Bedarfe \u00fcber mehrere Jahre, andere auf bestimmte Zieljahre.<\/p>\n<p>Auch die Einsparpotenziale von Verkehrsverlagerung und Verkehrsvermeidung h\u00e4ngen davon ab, ob tats\u00e4chlich weniger Fahrzeuge ben\u00f6tigt werden oder zun\u00e4chst nur weniger Kilometer mit ihnen gefahren werden. Ein ausgewertetes Szenario mit Einsparungen von bis zu 36 Prozent ber\u00fccksichtigt neben Pkw auch weitere Stra\u00dfenfahrzeuge. Dieser Wert ist daher nicht als eigenst\u00e4ndige Prognose ausschlie\u00dflich f\u00fcr Pkw-Batterien zu verstehen.<\/p>\n<p>Trotz dieser Unterschiede zeigen die Ergebnisse: Der k\u00fcnftige Bedarf an Batteriemetallen ist keine unver\u00e4nderliche Gr\u00f6\u00dfe. Politische Entscheidungen \u00fcber Fahrzeuggr\u00f6\u00dfen, Verkehrssysteme, Effizienzstandards und Kreislaufwirtschaft beeinflussen, wie viele Rohstoffe Europa ben\u00f6tigt.<\/p>\n<h3>250.000 Tonnen Nickel: Was Recycling bewirken k\u00f6nnte<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-99987 size-large\" src=\"https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/nickel_recycling_originalgrafik-1024x273.jpg\" alt=\"Infografik: Durch Recycling k\u00f6nnten 2040 rund 250.000 Tonnen Nickel eingespart werden \u2013 so viel wie die Jahresproduktion von etwa sechs durchschnittlichen Nickelminen.\" width=\"980\" height=\"261\" srcset=\"https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/nickel_recycling_originalgrafik-1024x273.jpg 1024w, https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/nickel_recycling_originalgrafik-300x80.jpg 300w, https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/nickel_recycling_originalgrafik-768x205.jpg 768w, https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/nickel_recycling_originalgrafik-18x5.jpg 18w, https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/nickel_recycling_originalgrafik-600x160.jpg 600w, https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/nickel_recycling_originalgrafik.jpg 1494w\" sizes=\"auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px\" \/><\/p>\n<p>Nickel-Einsparpotenzial durch Recycling im Jahr 2040. Quelle: \u00d6ko-Institut Consult (2026), deutsche Kurzzusammenfassung, S. 2.<\/p>\n<p>Besonders deutlich wird das Potenzial am Beispiel Nickel.<\/p>\n<p>In einem der untersuchten Szenarien k\u00f6nnten durch Batterierecycling im Jahr 2040 rund <strong>250.000 Tonnen Prim\u00e4rnickel<\/strong> eingespart werden. Das entspricht ungef\u00e4hr der Jahresproduktion von <strong>sechs durchschnittlichen Nickelminen<\/strong>.<\/p>\n<p>Der Vergleich verdeutlicht die Gr\u00f6\u00dfenordnung der m\u00f6glichen Einsparung. Er basiert auf Bergwerksdaten aus dem Jahr 2022; tats\u00e4chliche F\u00f6rdermengen unterscheiden sich je nach Mine und Jahr. Der deutsche Kurzbericht ordnet das Potenzial au\u00dferdem als ungef\u00e4hr sieben Prozent der durchschnittlichen j\u00e4hrlichen globalen Nickelproduktion ein.<\/p>\n<p>Recycling allein macht weiteren Rohstoffabbau jedoch nicht \u00fcberfl\u00fcssig. Batteriematerialien sind \u00fcber Jahre in Fahrzeugen gebunden, Recyclingverfahren verursachen Verluste, und bei wachsender Nachfrage k\u00f6nnen Sekund\u00e4rrohstoffe nicht automatisch den gesamten Bedarf decken.<\/p>\n<p><strong>Deshalb m\u00fcssen Recycling und die Verringerung des absoluten Materialbedarfs zusammengedacht werden.<\/strong><\/p>\n<h2>F\u00fcnf Wege zu einer ressourcenschonenden Verkehrswende<\/h2>\n<h3>1. Mehr Batterien recyceln und Prim\u00e4rrohstoffe ersetzen<\/h3>\n<p>Das Recycling von Altbatterien kann wertvolle Metalle zur\u00fcckgewinnen und erneut nutzbar machen. Dadurch sinkt die Menge an Rohstoffen, die neu abgebaut und verarbeitet werden muss.<\/p>\n<p>Die untersuchten Szenarien zeigen f\u00fcr das Jahr 2040 besonders hohe m\u00f6gliche Einsparungen beim Prim\u00e4rbedarf an Kobalt, Lithium und Nickel.<\/p>\n<p>Entscheidend sind funktionierende Sammel- und R\u00fccknahmesysteme, ausreichende Recyclingkapazit\u00e4ten, hochwertige Verfahren und verbindliche Vorgaben f\u00fcr den Einsatz zur\u00fcckgewonnener Materialien.<\/p>\n<p>Die europ\u00e4ische Batterieverordnung und das Gesetz zu kritischen Rohstoffen, der <em>Critical Raw Materials Act<\/em>, bieten wichtige politische Ansatzpunkte.<\/p>\n<h3>2. Kleinere und leichtere Elektroautos f\u00f6rdern<\/h3>\n<p>Nicht jedes Elektroauto ben\u00f6tigt eine gro\u00dfe Batterie. Kleinere, leichtere Fahrzeuge brauchen weniger Material f\u00fcr ihre Herstellung und verbrauchen in der Regel auch weniger Energie beim Fahren.<\/p>\n<p>Die Studie zeigt, dass die Verkleinerung von Fahrzeugen und Batterien den Bedarf an wichtigen Batteriemetallen deutlich reduzieren kann. In den ausgewerteten Szenarien liegen die dargestellten Einsparpotenziale bis 2050 je nach Metall bei bis zu 19 bis 23 Prozent.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr braucht es politische Rahmenbedingungen, die ressourceneffiziente Fahrzeuge gegen\u00fcber besonders gro\u00dfen und schweren Modellen beg\u00fcnstigen.<\/p>\n<h3>3. Energie- und Materialeffizienz belohnen<\/h3>\n<p>Neben der Fahrzeuggr\u00f6\u00dfe beeinflusst auch die Effizienz, wie viele Rohstoffe f\u00fcr die Elektrifizierung ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n<p>Wenn Elektroautos mit weniger Energie dieselbe Mobilit\u00e4tsleistung erbringen, k\u00f6nnen kleinere Batterien ausreichen. Verbesserungen bei Antrieb, Fahrzeuggewicht und Konstruktion k\u00f6nnen so den Materialbedarf verringern.<\/p>\n<p>Die ausgewerteten Effizienzszenarien weisen bis 2050 Einsparpotenziale von bis zu 28 Prozent bei Lithium und 29 Prozent bei Nickel aus.<\/p>\n<p>Fahrzeugvorschriften und Verbraucherinformationen sollten deshalb nicht allein den Energieverbrauch, sondern auch Materialeffizienz und Ressourcenbedarf st\u00e4rker ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<h3>4. Mehr Mobilit\u00e4t mit Bus, Bahn, Fahrrad und zu Fu\u00df erm\u00f6glichen<\/h3>\n<p>Eine ressourcenschonende Verkehrswende beschr\u00e4nkt sich nicht auf den Austausch des Antriebs. Sie ver\u00e4ndert auch, wie Menschen mobil sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein gut ausgebauter, zuverl\u00e4ssiger und bezahlbarer \u00f6ffentlicher Verkehr, sichere Radwege und attraktive Fu\u00dfwege k\u00f6nnen Autofahrten ersetzen. Langfristig kann dies dazu beitragen, dass weniger private Pkw ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n<p>Die Studie macht zugleich deutlich, dass die Europ\u00e4ische Union viele dieser Ver\u00e4nderungen nicht unmittelbar selbst umsetzen kann. \u00d6ffentlicher Nahverkehr, Parkraumbewirtschaftung, Stadtplanung und weitere Ma\u00dfnahmen liegen \u00fcberwiegend in der Verantwortung von Mitgliedstaaten, Regionen und Kommunen.<\/p>\n<p>Die EU kann aber \u00fcber F\u00f6rdermittel, Planungsanforderungen und politische Rahmenbedingungen dazu beitragen, diese Ver\u00e4nderungen zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<h3>5. Unn\u00f6tige Autofahrten vermeiden<\/h3>\n<p>Nicht jeder Weg muss mit einem Auto zur\u00fcckgelegt werden. Eine Stadt- und Verkehrsplanung mit kurzen Wegen, gut erreichbaren Dienstleistungen und geeigneten digitalen Arbeitsm\u00f6glichkeiten kann den Mobilit\u00e4tsbedarf ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Verkehrsvermeidung bedeutet dabei nicht, Menschen Mobilit\u00e4t vorzuenthalten. Es geht darum, Bed\u00fcrfnisse wie Arbeit, Bildung, Versorgung und gesellschaftliche Teilhabe mit weniger Ressourcenaufwand zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Verkehrsverlagerung und Verkehrsvermeidung wirken zusammen. Ihre Materialeinsparungen h\u00e4ngen davon ab, ob sich langfristig auch Fahrzeugbestand und Fahrzeugproduktion verringern.<\/p>\n<h2>Welche politischen Instrumente kann die EU jetzt nutzen?<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-99988 size-large\" src=\"https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/politische_zeitleiste_originalgrafik-931x1024.jpg\" alt=\"Zeitleiste der EU-Politikinstrumente von 2026 bis 2030 zur Senkung des Batterierohstoffbedarfs, darunter Rohstoffgesetz, Batterieverordnung, CO\u2082-Standards und \u00d6PNV-F\u00f6rderung.\" width=\"931\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/politische_zeitleiste_originalgrafik-931x1024.jpg 931w, https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/politische_zeitleiste_originalgrafik-273x300.jpg 273w, https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/politische_zeitleiste_originalgrafik-768x844.jpg 768w, https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/politische_zeitleiste_originalgrafik-1397x1536.jpg 1397w, https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/politische_zeitleiste_originalgrafik-11x12.jpg 11w, https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/politische_zeitleiste_originalgrafik-600x660.jpg 600w, https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/politische_zeitleiste_originalgrafik.jpg 1459w\" sizes=\"auto, (max-width: 931px) 100vw, 931px\" \/><\/p>\n<p>Politische Instrumente der EU zur Verringerung des Bedarfs an Batterierohstoffen bis 2030. Quelle: \u00d6ko-Institut Consult (2026), deutsche Kurzzusammenfassung, S. 3.<\/p>\n<p>Die Untersuchung zeigt, dass Europa nicht auf eine einzelne neue Verordnung warten muss. Die deutsche Kurzzusammenfassung benennt <strong>mehr als 20 politische Ansatzpunkte<\/strong>, die sich bestehenden oder geplanten EU-Instrumenten zuordnen lassen.<\/p>\n<p>Die politische Zeitleiste im Kurzbericht umfasst den Zeitraum <strong>von jetzt bis 2030<\/strong> und nennt die Jahre <strong>2027, 2028, 2029 und 2030<\/strong> als Orientierungspunkte. Im Folgenden sind alle in der Grafik aufgef\u00fchrten Instrumente und Handlungsans\u00e4tze als Text wiedergegeben.<\/p>\n<p><strong>Hinweis zur Zeitleiste:<\/strong> Die Grafik zeigt politische Handlungsfenster und m\u00f6gliche Ansatzpunkte. Die nachstehende \u00dcbertragung ist keine Behauptung, dass s\u00e4mtliche Ma\u00dfnahmen bereits beschlossen sind oder zu einem bestimmten Jahr verbindlich in Kraft treten. Die zeitliche Zuordnung einzelner Elemente sollte vor der Ver\u00f6ffentlichung anhand der finalen Grafik und des jeweiligen Gesetzgebungsstands gepr\u00fcft werden.<\/p>\n<h3>Critical Raw Materials Act: Rohstoffpolitik st\u00e4rker auf Nachfragesenkung ausrichten<\/h3>\n<p>Das EU-Gesetz zu kritischen Rohstoffen (<em>Critical Raw Materials Act<\/em>, CRMA) er\u00f6ffnet mehrere Ansatzpunkte:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Richtwerte f\u00fcr die \u00dcberpr\u00fcfung der EU-Liste strategischer und kritischer Rohstoffe:<\/strong> Bei der Bewertung von Rohstoffrisiken sollte st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt werden, wie sich die Nachfrage reduzieren l\u00e4sst.<\/li>\n<li><strong>Recyclingkapazit\u00e4t:<\/strong> Der Ausbau von Recyclingkapazit\u00e4ten kann die Abh\u00e4ngigkeit von Prim\u00e4rrohstoffen verringern.<\/li>\n<li><strong>Ausrichtung strategischer Projekte auf Kreislaufwirtschaft und Substitution:<\/strong> Strategische Vorhaben sollten nicht allein auf zus\u00e4tzliche Rohstoffgewinnung ausgerichtet sein, sondern auch Kreislaufwirtschaft und Materialersatz unterst\u00fctzen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Circular Economy Act und Batterieverordnung: Rezyklateinsatz st\u00e4rken<\/h3>\n<p>Die Zeitleiste benennt im Zusammenhang mit dem <em>Loi sur l'\u00e9conomie circulaire<\/em> und der EU-Batterieverordnung folgende Ansatzpunkte:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Ziele f\u00fcr den Rezyklateinsatz:<\/strong> Vorgaben f\u00fcr den Einsatz zur\u00fcckgewonnener Materialien k\u00f6nnen die Nachfrage nach Prim\u00e4rrohstoffen verringern.<\/li>\n<li><strong>\u00dcberpr\u00fcfung der Ziele f\u00fcr den Rezyklateinsatz:<\/strong> Bestehende Zielwerte sollten \u00fcberpr\u00fcft und auf ihre Wirksamkeit hin bewertet werden.<\/li>\n<li><strong>Abgedeckte Materialien:<\/strong> Die Frage, f\u00fcr welche Rohstoffe entsprechende Anforderungen gelten, ist ein weiterer politischer Ansatzpunkt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Damit Recycling seine Wirkung entfalten kann, m\u00fcssen ausreichende Mengen an Altbatterien erfasst, Materialien hochwertig zur\u00fcckgewonnen und erneut eingesetzt werden.<\/p>\n<h3>Automotive Omnibus: Kleine, erschwingliche Autos unterst\u00fctzen<\/h3>\n<p>Im Rahmen des sogenannten <em>Automotive Omnibus<\/em> verweist die Zeitleiste auf eine <strong>Kategorie f\u00fcr \u201ekleine, erschwingliche Autos\u201c<\/strong>.<\/p>\n<p>Eine solche Fahrzeugkategorie k\u00f6nnte dazu beitragen, kleinere und ressourcenschonendere Elektroautos gezielt zu f\u00f6rdern. Entscheidend ist, dass entsprechende Regeln tats\u00e4chlich Anreize f\u00fcr geringeren Material- und Energieverbrauch schaffen.<\/p>\n<h3>CO\u2082-Emissionsstandards: Energie- und Materialeffizienz ber\u00fccksichtigen<\/h3>\n<p>Bei den europ\u00e4ischen <strong>CO\u2082-Emissionsstandards f\u00fcr Fahrzeuge<\/strong> benennt die Zeitleiste <strong>Energie- und Materialeffizienz als Fahrzeuganforderungen<\/strong>.<\/p>\n<p>Die Studie pl\u00e4diert damit f\u00fcr einen breiteren Blick auf die Umweltauswirkungen von Fahrzeugen: Nicht nur der CO\u2082-Aussto\u00df beziehungsweise die Klimawirkung des Antriebs, sondern auch der Ressourcenbedarf sollte politische Aufmerksamkeit erhalten.<\/p>\n<h3>Car Labelling Directive: Energieeffizienzklassen verbessern<\/h3>\n<p>Bei der europ\u00e4ischen <strong>Car Labelling Directive<\/strong>, also den Vorschriften zur Verbraucherinformation \u00fcber Fahrzeuge, nennt die Zeitleiste <strong>Energieeffizienzklassen<\/strong> als Ansatzpunkt.<\/p>\n<p>Gut verst\u00e4ndliche Informationen k\u00f6nnen Verbraucher*innen helfen, energieeffiziente Fahrzeuge zu erkennen. Die Studie sieht darin einen m\u00f6glichen Hebel, um die Nachfrage nach ressourcenschonenderen Autos zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<h3>Advanced Materials Act: Materialinnovationen f\u00f6rdern<\/h3>\n<p>Im Zusammenhang mit einem <strong>Advanced Materials Act<\/strong> benennt die Grafik vier Schwerpunkte:<\/p>\n<ul>\n<li>Recycling,<\/li>\n<li>Energieeffizienz,<\/li>\n<li>Gr\u00f6\u00dfenreduktion,<\/li>\n<li>Substitution von Materialien.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Innovationen sollten demnach nicht nur auf neue Materialien und Batterietechnologien abzielen, sondern auch darauf, mit weniger Rohstoffen denselben Nutzen zu erreichen.<\/p>\n<h3>EU-Haushalt 2028\u20132034: \u00d6ffentlichen Verkehr finanzieren<\/h3>\n<p>F\u00fcr den n\u00e4chsten mehrj\u00e4hrigen EU-Finanzrahmen, den <strong>EU-Haushalt 2028\u20132034<\/strong>, hebt die Zeitleiste die Finanzierung eines <strong>sauberen, bezahlbaren und resilienten \u00f6ffentlichen Personennahverkehrs<\/strong> hervor.<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische F\u00f6rdermittel k\u00f6nnen dazu beitragen, dass Busse und Bahnen eine attraktive Alternative zum privaten Auto werden. Das unterst\u00fctzt Klimaschutz und kann langfristig den Bedarf an Fahrzeugen und Batterierohstoffen senken.<\/p>\n<h3>TEN-T: Nachhaltige st\u00e4dtische Mobilit\u00e4tsplanung \u00fcberpr\u00fcfen<\/h3>\n<p>Im Zusammenhang mit dem transeurop\u00e4ischen Verkehrsnetz <strong>TEN-T<\/strong> nennt die Grafik die <strong>\u00dcberpr\u00fcfung der Pl\u00e4ne f\u00fcr nachhaltige st\u00e4dtische Mobilit\u00e4t<\/strong>.<\/p>\n<p>Solche Mobilit\u00e4tspl\u00e4ne k\u00f6nnen Verkehrsverlagerung und Verkehrsvermeidung unterst\u00fctzen. Entscheidend ist, dass sie nicht nur den Verkehrsfluss organisieren, sondern auch den Zugang zu ressourcenschonenden Verkehrsmitteln verbessern.<\/p>\n<h3>EU-Emissionshandel: Nationale Klimapl\u00e4ne und kohlenstoffarme Alternativen<\/h3>\n<p>En ce qui concerne: <strong>EU-Emissionshandel<\/strong> f\u00fchrt die Zeitleiste zwei Ansatzpunkte auf:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Nationale Klimapl\u00e4ne:<\/strong> Die Ausgestaltung nationaler Klimapolitik kann dazu beitragen, emissions\u00e4rmere Mobilit\u00e4t zu f\u00f6rdern.<\/li>\n<li><strong>Kohlenstoffarme Alternativen auf der Angebotsseite:<\/strong> Klimafreundlichere Mobilit\u00e4tsangebote m\u00fcssen verf\u00fcgbar und zug\u00e4nglich sein, damit Menschen ihr Verkehrsverhalten ver\u00e4ndern k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Untersuchung verweist zudem auf die Rolle des europ\u00e4ischen Emissionshandelssystems f\u00fcr Stra\u00dfenverkehr und Geb\u00e4ude. Dessen Wirkungen h\u00e4ngen von der konkreten politischen Ausgestaltung und sozial vertr\u00e4glichen Begleitma\u00dfnahmen ab.<\/p>\n<h3>Was die Jahre 2027 bis 2030 politisch bedeuten<\/h3>\n<p>Die Zeitleiste macht deutlich, dass die EU in den kommenden Jahren zahlreiche Gelegenheiten hat, Rohstoffreduktion in bestehende Politikprozesse einzubringen:<\/p>\n<p><strong>2027:<\/strong> Fr\u00fchzeitige politische Weichenstellungen und die Weiterentwicklung von Instrumenten f\u00fcr Kreislaufwirtschaft, Fahrzeugregulierung und Rohstoffpolitik.<\/p>\n<p><strong>2028:<\/strong> Wichtige Entscheidungen im Zusammenhang mit dem n\u00e4chsten EU-Haushalt 2028\u20132034 sowie die weitere Ausgestaltung ressourcen- und verkehrspolitischer Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p><strong>2029:<\/strong> Weitere \u00dcberpr\u00fcfungs- und Umsetzungsfenster bei europ\u00e4ischen Vorgaben f\u00fcr Fahrzeuge, Rohstoffe und Kreislaufwirtschaft.<\/p>\n<p><strong>2030:<\/strong> Ein zentraler Orientierungspunkt f\u00fcr europ\u00e4ische Rohstoff-, Klima- und Kreislaufwirtschaftsziele.<\/p>\n<p>Diese Jahres\u00fcbersicht dient der Einordnung der in der Grafik dargestellten politischen Handlungsphase. Konkrete Fristen einzelner Rechtsakte m\u00fcssen anhand des finalen Rechtsstands gepr\u00fcft werden.<\/p>\n<h2>Weniger Rohstoffbedarf bedeutet weniger Druck auf Mensch und Natur<\/h2>\n<p>Der Abbau und die Verarbeitung metallischer Rohstoffe k\u00f6nnen erhebliche Auswirkungen auf Menschen und Umwelt haben. Dazu z\u00e4hlen Eingriffe in Landschaften und \u00d6kosysteme, Wasserverbrauch, Umweltverschmutzung und Konflikte um Land und nat\u00fcrliche Ressourcen.<\/p>\n<p>Besonders betroffen sind h\u00e4ufig lokale Gemeinschaften und indigene V\u00f6lker in rohstoffreichen Regionen.<\/p>\n<p>Wenn Europa seinen Bedarf an neu abgebauten Rohstoffen senkt, kann das den Druck verringern, zus\u00e4tzliche Bergbauprojekte zu erschlie\u00dfen. Weniger Nachfrage bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Umweltzerst\u00f6rung oder Menschenrechtsverletzungen ausbleiben. Daf\u00fcr braucht es weiterhin verbindliche Umwelt- und Menschenrechtsstandards, wirksame Beteiligungsrechte und verantwortungsvolle Lieferketten.<\/p>\n<p><strong>Rohstoffreduktion und hohe Standards beim verbleibenden Bergbau geh\u00f6ren zusammen.<\/strong><\/p>\n<p>Eine ressourcenschonende Verkehrswende kann so dazu beitragen, die \u00f6kologischen und sozialen Kosten der Dekarbonisierung zu begrenzen, ohne notwendige Klimaschutzma\u00dfnahmen auszubremsen.<\/p>\n<h2>F\u00fcnf Forderungen f\u00fcr Europas Rohstoffsicherheit<\/h2>\n<p>Aus den Forschungsergebnissen ergeben sich f\u00fcnf politische Priorit\u00e4ten.<\/p>\n<h3>1. Mehr Batterien in Europa recyceln<\/h3>\n<p>Wertvolle Materialien aus Altbatterien m\u00fcssen zur\u00fcckgewonnen und wiederverwendet werden. Daf\u00fcr braucht Europa leistungsf\u00e4hige Sammel-, Recycling- und Verarbeitungsstrukturen. So l\u00e4sst sich der Bedarf an importierten Prim\u00e4rrohstoffen reduzieren.<\/p>\n<h3>2. Energie- und Materialeffizienz belohnen<\/h3>\n<p>Fahrzeuge, die weniger Energie und Rohstoffe ben\u00f6tigen, sollten bei europ\u00e4ischen Fahrzeugvorschriften und Klassifizierungen besser ber\u00fccksichtigt werden. Materialeffizienz muss zu einem sichtbaren politischen Kriterium werden.<\/p>\n<h3>3. \u00d6ffentliche Mittel f\u00fcr ressourceneffiziente Fahrzeuge einsetzen<\/h3>\n<p>\u00d6ffentliche F\u00f6rderung und Beschaffung sollten kleinere, leichtere und materialeffiziente Fahrzeuge beg\u00fcnstigen. Das gilt auch f\u00fcr Dienstwagen in Unternehmen und Politik: F\u00f6rderregeln und Standards sollten keine Anreize f\u00fcr unn\u00f6tig gro\u00dfe und schwere Autos setzen.<\/p>\n<h3>4. Mobilit\u00e4t f\u00f6rdern und unn\u00f6tige Autofahrten reduzieren<\/h3>\n<p>Zus\u00e4tzliche europ\u00e4ische Mittel sollten einen \u00f6ffentlichen Nahverkehr unterst\u00fctzen, der bezahlbar, zuverl\u00e4ssig und attraktiv ist. Gleichzeitig m\u00fcssen St\u00e4dte und Regionen gute Bedingungen f\u00fcr Rad- und Fu\u00dfverkehr schaffen.<\/p>\n<h3>5. Innovationen auf geringeren Rohstoffverbrauch ausrichten<\/h3>\n<p>Forschung und Entwicklung sollten gezielt in bessere Batteriematerialien, kleinere und leichtere Fahrzeuge, Materialersatz und hochwertige Recyclingverfahren investieren. Das Ziel ist, mit weniger Rohstoffen dieselben gesellschaftlichen Bed\u00fcrfnisse zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<h2>Europas Rohstoffsicherheit beginnt bei der Nachfrage<\/h2>\n<p>Die Debatte \u00fcber Europas Versorgung mit kritischen Rohstoffen konzentriert sich h\u00e4ufig auf zus\u00e4tzliche Minen, neue Handelsabkommen, Verarbeitungskapazit\u00e4ten und strategische Partnerschaften.<\/p>\n<p>Diese Fragen bleiben relevant. Doch eine Rohstoffstrategie, die ausschlie\u00dflich das Angebot betrachtet, greift zu kurz.<\/p>\n<p><strong>Europa muss auch entscheiden, wie viele Rohstoffe es tats\u00e4chlich ben\u00f6tigt \u2013 und wof\u00fcr.<\/strong><\/p>\n<p>Die Elektrifizierung des Verkehrs ist notwendig, um die Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Energietr\u00e4gern zu verringern. Sie muss jedoch mit einer Politik verbunden werden, die Materialverschwendung vermeidet, Recycling st\u00e4rkt und ressourcenschonende Mobilit\u00e4t erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>So kann die Europ\u00e4ische Union ihre Versorgungssicherheit verbessern, Klimaziele verfolgen und zugleich den Druck auf Bergbauregionen im In- und Ausland verringern \u2013 an Land ebenso wie auf See.<\/p>\n<h2>H\u00e4ufige Fragen zur Reduktion von Batterierohstoffen<\/h2>\n<h3>Wie viel Lithium kann Europa einsparen?<\/h3>\n<p>Die ausgewerteten Szenarien zeigen, dass h\u00f6here Energieeffizienz den Lithiumbedarf bis 2050 um bis zu 28 Prozent reduzieren k\u00f6nnte. Kleinere Fahrzeuge und Batterien weisen ein Einsparpotenzial von bis zu 22 Prozent aus. Die Werte stammen aus unterschiedlichen Szenarien und d\u00fcrfen nicht addiert werden.<\/p>\n<h3>Wie stark kann Recycling den Bedarf an neuen Rohstoffen reduzieren?<\/h3>\n<p>F\u00fcr das Jahr 2040 zeigen die im Kurzbericht dargestellten Szenarien m\u00f6gliche Einsparungen beim Prim\u00e4rrohstoffbedarf von bis zu 52 Prozent f\u00fcr Lithium, 50 Prozent f\u00fcr Nickel und 69 Prozent f\u00fcr Kobalt. Recycling verringert damit den Bedarf an neu abgebauten Rohstoffen, nicht automatisch den gesamten Materialverbrauch.<\/p>\n<h3>Braucht Europa trotz Batterierecycling weiterhin Bergbau?<\/h3>\n<p>Ja. Recycling kann einen erheblichen Teil des Prim\u00e4rrohstoffbedarfs ersetzen, aber nicht zwangsl\u00e4ufig den gesamten Bedarf decken. Deshalb sind auch kleinere Batterien, effizientere Fahrzeuge und weniger materialintensive Mobilit\u00e4tsformen wichtig.<\/p>\n<h3>Sind kleinere Elektroautos besser f\u00fcr die Rohstoffversorgung?<\/h3>\n<p>Kleinere und leichtere Elektroautos ben\u00f6tigen in der Regel weniger Material und k\u00f6nnen mit kleineren Batterien auskommen. Die Studie identifiziert die Verringerung von Fahrzeug- und Batteriegr\u00f6\u00dfen deshalb als wichtigen Hebel zur Reduktion des Rohstoffbedarfs.<\/p>\n<h3>Welche Rolle spielt die EU bei der Verkehrswende?<\/h3>\n<p>Die EU kann \u00fcber Fahrzeugregeln, Batterievorschriften, Rohstoffpolitik und F\u00f6rderprogramme Einfluss nehmen. Viele konkrete Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Bus, Bahn, Radverkehr, Parkraummanagement und Stadtplanung liegen jedoch bei Mitgliedstaaten, Regionen und Kommunen.<\/p>\n<h3>Wer hat die Studie erstellt?<\/h3>\n<p>Die englischsprachige Untersuchung <em>Decarbonising Road Transport Beyond Mining-Intensive Pathways<\/em> wurde von Stefanie Degreif und Moritz Mottschall von der \u00d6ko-Institut Consult gGmbH im Auftrag von SOMO, Seas At Risk und PowerShift erarbeitet. Die vorliegende Fassung ist auf Oktober 2026 datiert.<\/p>\n<h2>Studie und Kurzzusammenfassungen herunterladen<\/h2>\n<p>Die Untersuchung bietet einen \u00dcberblick \u00fcber die wissenschaftlich ermittelten Potenziale zur Reduktion des Bedarfs an Batterierohstoffen und zeigt politische Handlungsm\u00f6glichkeiten auf EU-Ebene.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Study_DecarbonisingRoadTransportBeyondMiningIntensivePathways_final-_2.pdf\"><strong>Vollst\u00e4ndige Studie<\/strong><\/a><\/p>\n<p><em>Decarbonising Road Transport Beyond Mining-Intensive Pathways<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Sprache: Englisch<\/li>\n<li>Umfang: 45 Seiten<\/li>\n<li>Autor*innen: Stefanie Degreif und Moritz Mottschall<\/li>\n<li>Organisation: \u00d6ko-Institut Consult gGmbH<\/li>\n<li>Auftraggeber: SOMO, Seas At Risk und PowerShift<\/li>\n<li>Erscheinungsjahr: 2026<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Study_DecarbonisingRoadTransportBeyondMiningIntensivePathways_final-_2.pdf\"><strong>Englische Studie als PDF herunterladen<\/strong><\/a><\/p>\n<p><strong>Kurzzusammenfassungen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/German-Decarbonising-road-transport-4-pager.pdf\"><strong>Allemand :<\/strong> [PDF herunterladen]<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/English-Decarbonising-road-transport-4-pager.pdf\"><strong>en anglais:<\/strong> [PDF herunterladen]<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Portuguese-Decarbonising-road-transport-4-pager.pdf\"><strong>Portugiesisch:<\/strong> [PDF herunterladen]<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/French-Decarbonising-road-transport-4-pager.pdf\"><strong>Franz\u00f6sisch:<\/strong> [PDF herunterladen]<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Spanish-Decarbonising-road-transport-4-pager.pdf\"><strong>Spanisch:<\/strong> [PDF herunterladen]<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Swedish-Decarbonising-road-transport-4-pager.pdf\"><strong>Schwedisch:<\/strong> [PDF herunterladen]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/power-shift.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Study_DecarbonisingRoadTransportBeyondMiningIntensivePathways_Annex.xlsx\"><strong>Methodik und Datengrundlagen (als excel herunterladen)<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Die ausgewiesenen Einsparpotenziale stammen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Studien. Ihre Annahmen, Bezugsgr\u00f6\u00dfen und Zeithorizonte sind nicht identisch. Die Prozentwerte beschreiben daher keine einheitliche Gesamtprognose.<\/p>\n<h2>Weiterf\u00fchrende PowerShift-Publikationen<\/h2>\n<p>Die neue Untersuchung erg\u00e4nzt die Arbeit von PowerShift zu einer sozial gerechten und \u00f6kologisch tragf\u00e4higen Rohstoffwende.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/power-shift.de\/fr\/rohstoffverbrauch-senken-warum-deutschland-eine-rohstoffwende-braucht-powershift\/\"><strong>R\u00e9duire la consommation de mati\u00e8res premi\u00e8res: Pourquoi moins est plus<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Wie Deutschland seinen Prim\u00e4rrohstoffverbrauch reduzieren kann, welche Potenziale im Verkehr und im Bausektor bestehen und warum internationale Perspektiven auf den Bergbau entscheidend sind.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/power-shift.de\/fr\/vorschlaege-zur-gestaltung-der-rohstoffwende-2\/\"><strong>R\u00e9duire la consommation de m\u00e9tal: Propositions pratiques pour fa\u00e7onner la transition des mati\u00e8res premi\u00e8res<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Konkrete Vorschl\u00e4ge f\u00fcr weniger Metallverbrauch, st\u00e4rkere Kreislaufwirtschaft und den Schutz von Menschenrechten.<\/p>\n<h2>\u00dcber die Ver\u00f6ffentlichung<\/h2>\n<p>Die Studie wurde von der <a href=\"https:\/\/oeko-consult.de\/\">\u00d6ko-Institut Consult gGmbH<\/a> im Auftrag von <a href=\"https:\/\/www.somo.nl\/\">SOMO<\/a>, <a href=\"https:\/\/seas-at-risk.org\/\">Seas At Risk<\/a> und PowerShift erarbeitet. Die deutsche Kurzzusammenfassung b\u00fcndelt zentrale Forschungsergebnisse und politische Forderungen f\u00fcr eine ressourcenschonendere europ\u00e4ische Verkehrswende.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europa kann seine Abh\u00e4ngigkeit von Lithium, Nickel und Kobalt verringern, ohne auf die Elektrifizierung des Stra\u00dfenverkehrs zu verzichten. Entscheidend sind Recycling, kleinere und effizientere Elektroautos sowie eine Mobilit\u00e4t, die weniger Ressourcen ben\u00f6tigt. Die Elektrifizierung des Stra\u00dfenverkehrs ist ein wichtiger Bestandteil des Klimaschutzes. 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