Rohstoff- und Entwicklungspolitik im Widerspruch? Der Wettbewerb um mineralische Rohstoffe und seine Bedeutung für den Globalen Süden

Podiumsdiskussion Rohstoff- und Entwicklungspolitik im Widerspruch? Der Wettbewerb um mineralische Rohstoffe und seine Bedeutung für den Globalen Süden

 

Zeit: Dienstag, 12. März 2019, 18:00 bis 20:00 Uhr

Ort: Albert-Schweitzer-Haus, Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien

Mineralische Rohstoffe sind ein zentraler Bestandteil unserer alltäglich genutzten Gegenstände, wie etwa Mobiltelefone, Laptops oder LED-Lampen. Österreich verbraucht viel mehr Rohstoffe, als im Land selbst abgebaut werden und ist daher auf ihren Import angewiesen. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Versorgung der österreichischen Wirtschaft über den globalen Markt sicherzustellen – in einer Zeit, in der die globale Nachfrage nach mineralischen Rohstoffen zunimmt. Eine zentrale Rolle spielen dabei beispielsweise Handels- und Investitionsabkommen Österreichs und der EU mit Produzentenländern.

Die Rohstoffpolitik Österreichs und der EU hat große Bedeutung für viele Länder des Globalen Südens, die auf Einnahmen aus dem Export mineralischer Rohstoffe angewiesen sind. Der Abbau von Rohstoffen hat außerdem große Auswirkungen auf die Umsetzung der UN-Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung und seine Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs). Sie zielen darauf ab, Armut zu beseitigen, die Umwelt zu schützen und nachhaltiges Wirtschaften sicherzustellen. Gerade Abbau und Verarbeitung mineralischer Rohstoffe haben jedoch massive Auswirkungen auf Menschenrechte, Umwelt und Klima.

In diesem Zusammenhang stellt eine Broschüre der AG Globale Verantwortung, dem österreichischen Dachverband entwicklungspolitischer Organisationen, die Frage, inwiefern die Rohstoffpolitik Österreichs im Bereich der mineralischen Rohstoffe zu nachhaltiger Entwicklung im Globalen Süden beiträgt oder diese behindert. Dabei ist vor allem zentral, ob die internationale Handels- und Investitionspolitik Ländern des Globalen Südens den nötigen politischen Gestaltungsspielraum lässt, damit sich diese Länder nachhaltig entwickeln können und welche Rolle hierbei der Rohstoffexport spielt.

Link zur Veranstaltung

PROGRAMM

Aufbauend auf der Präsentation der Broschüre und der darin enthaltenen Empfehlungen soll im Rahmen der Podiumsdiskussion diskutiert werden, wie die Rohstoffpolitik ausgestaltet und wie Politikbereiche abgestimmt werden können, um der Erreichung der SDGs auf österreichischer und europäischer Ebene gerecht zu werden.

  • Präsentation der Broschüre „Rohstoff- und Entwicklungspolitik im Widerspruch? Der Wettbewerb um mineralische Rohstoffe“ von Sophie Veßel, AG Globale Verantwortung

Anschließende Podiumsdiskussion mit

  • Merle Groneweg, Powershift, Verein für eine ökologisch-solidarische Energie-& Weltwirtschaft
  • Peter Haubner, Abgeordneter des Österreichischen Parlaments (angefragt)
  • Marieta Kaufmann, AG Rohstoffe
  • Karin Küblböck, Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE)
  • Michael Losch, Sektion VI (Energie und Bergbau) im Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (angefragt)

Die Diskussion wird von Petra Navara moderiert. Im Anschluss an die Diskussion laden wir zu einem kleinen Buffet. Es wird darauf hingewiesen, dass am Veranstaltungsort Fotos angefertigt werden und zu Zwecken der Dokumentation der Veranstaltung veröffentlicht werden können.

Bitte um Anmeldung bis 7. März unter veranstaltungen[AT]globaleverantwortung.at.

Merle Groneweg ist Referentin für Rohstoffpolitik bei PowerShift. Sie arbeitet schwerpunktmäßig zur Verschränkung von Handels- und Rohstoffpolitik sowie zum Rohstoffverbrauch von Autos. PowerShift ist eine Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Berlin, die sich energie-, klima-, rohstoff-, handels- und wirtschaftspolitischen Fragen widmet.

Peter Haubner ist Abgeordneter des Österreichischen Parlaments. Er ist Bereichssprecher für Wirtschaft und Industrie der ÖVP sowie Obmann des parlamentarischen Ausschusses für Wirtschaft, Industrie und Energie.

Marieta Kaufmann ist Referentin für Anwaltschaft und Projektreferentin für Brasilien bei der Dreikönigsaktion, dem Hilfswerk der Katholischen Jungschar. Sie arbeitet insbesondere zu den Themen Wirtschaft und Menschenrechte sowie zu Rohstoffpolitiken. Gemeinsam mit anderen österreichischen Nichtregierungsorganisationen arbeitet die Dreikönigsaktion in dem Bündnis AG Rohstoffe.

Karin Küblböck ist Ökonomin an der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE) mit dem Schwerpunkt internationale Ressourcenpolitik.

Michael Losch ist Leiter der Sektion VI im Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus. Die Sektion ist für Politiken im Bereich Energie und Bergbau zuständig und beschäftigt sich unter anderem mit der Mineralrohstoffpolitik.

Sophie Veßel ist Fachreferentin bei der AG Globale Verantwortung, dem österreichischen Dachverband entwicklungspolitischer Organisationen, und arbeitet dort zu den Themen Politikkohärenz im Interesse nachhaltiger Entwicklung (PCSD) und Menschenrechte sowie zur Rolle des Privatsektors in der Entwicklungszusammenarbeit.