Zu viele Umweltkonflikte – Recherche im Environmental Justice Atlas

Ein Atlas für Umweltgerechtigkeit! Wie passend, auch wenn er eher Atlas für Umweltungerechtigkeit heißen müsste. Oder Atlas für Umweltkonflikte, denn diese werden auf einer Weltkarte verzeichnet. Die Nutzer_innen können über mehrere Filter zu verschiedenen Themen, Arten des Konflikts oder auch Unternehmen recherchieren.

Screenshot: Environmental Justice Atlas (www.ejatlas.org)

Screenshot: Environmental Justice Atlas (www.ejatlas.org)

Zu Deutschland sind 12 Konflikte verzeichnet. Zu jedem dieser Umweltkonflikte gibt es Erläuterungen, so z.B. zu Garzweiler II, ein Braunkohletagebau im Rheinland. Ein Konflikt um Land, das den Baggern weichen soll, und Kohle, die die Gegner im Boden lassen wollen. Das Bundesverfassungsgericht entschied 2013 gegen eine Klage vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND): Das Gemeinwohl durch die Energieerzeugung wiege höher als das Recht auf Heimat oder Privateigentum. Die Klimaungerechtigkeit, die von der Braunkohleverstromung befeuert wird, ist in diese Entscheidung leider nicht eingeflossen. In diesem Jahr entschiedet die Landesregierung jedoch die – bereits genehmigte – Abbaufläche zu verkleinern.

Konflikte bleiben in Bewegung und hoffentlich bleibt es diese Karte auch. Z.B. baggert RWE auch in Hambach Braunkohle ab. Um den Ausbau des Tagebaus und die Rodung des Hambacher Forsts zu verhindern, gab es seit 2012 immer wieder Besetzungen. Für diese Auseinandersetzung gibt es (bisher) keinen Eintrag auf der Karte. Es gibt wohl einfach zu viele Umweltkonflikte weltweit.

Um mit einer positiven Note zu enden, noch ein Aufruf: Vom 26. Juli bis zum 3. August ins Rheinland pilgern. Auf dem Klimacamp im Rheinland soll um Lösungen für die Klimakrise – in Deutschland und weltweit – gehen.

In diesem Sinne ein Dankeschön an den Newsletter »Kohleausstieg Update«, über den ich diese Karte überhaupt erst entdeckt habe. Der Newsletter wird mit der Unterstützung von PowerShift e.V. von Philip Bedall und Georg Kössler ehrenamtlich erstellt. Um ebenfalls informiert zu werden, einfach eine leere Mail schicken an: kohleausstieg_news-subscribe@lists.riseup.net.

2 Kommentare

  1. nijae

    Passend dazu ein Interview auf dem Blog Postwachstumsgesellschaft:
    „Gerechtigkeit ist elementarer Bestandteil des Degrowth-Prozesses. Ohne geht es nicht.“
    http://blog.postwachstum.de/gerechtigkeit-ist-elementarer-bestandteil-des-degrowth-prozesses-ohne-geht-es-nicht-20140618

  2. walterfriedmann

    Hat dies auf Forum Umwelt rebloggt und kommentierte:
    Atlas der Umwelt-Ungerechtigkeit

Kommentare sind geschlossen.

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