Einladung: Vortrag und Diskussion zu Goldbergbau in El Salvador

Am Donnerstag, den 01. Oktober 2015 um 19 Uhr wird Bernardo Belloso, der Direktor von CRIPDES (Asociacion para el Desarollo de El Salvador), über den sozialen Widerstand gegen den Goldbergbau in El Salvador berichten. Im Anschluss daran ist eine Diskussionsrunde mit dem Publikum geplant.

Rundreise_Bernardo_CRIPDES_CRIPDES begleitet seit Anfang 2015 die Kampagne Stop Mad Mining. Im März berichtete die CIR über die dritte lokale Volksbefragung im departamento Chalatenango, in der eine überwältigende Mehrheit der Gemeinde Nueva Trinidad gegen die Ansiedlung eines Bergbauprojektes stimmte. Durch Aufklärungskampagnen gegenüber der Bevölkerung und PolitikerInnen will CRIPDES ein Bergbaubauverbot für das ganze Land erwirken. Aktuell sind alle Abbaulizenzen durch ein Moratorium der Regierung von 2012 auf Eis gelegt. Doch die Unternehmen nehmen dies nicht einfach so hin. Die wohl perfideste Strategie verfolgt das australianisch-kanadische Unternehmen OceanaGold, das El Salvador vor dem Schiedsgerichtshof der Weltbank auf 301 Millionen US Dollar hat. CRIPDES begleitet diesen Prozess als zivilgesellschaftlicher Zeuge. Sollte die Regierung dem Druck der Konzerne nachgeben und Abbaulizenzen verteilen, würde diese zu einer Verseuchung der ohnehin schon knappen und bereits verschmutzen Wasservorkommen führen. Außerdem befürchtet CRIPDES, dass gewaltsame Auseinandersetzungen infolge von Bergbaukonflikten zwischen Unternehmen und UmweltschützerInnen sowie durch die Spaltung von Gemeinden ausbrechen könnten. Die zahlreichen Brennpunkte in der Nähe von Minen in den Nachbarländern Guatemala, Honduras und Nicaragua geben uns eine Vorahnung, welche Auswirkungen der Bergbau in El Salvador haben könnte.

Dass ein Unternehmen El Salvador auf Schadensersatz verklagt, weil die Regierung die Bevölkerung vor der Umweltdegradierung schützt, ist erschreckend. Noch erschreckender ist, dass dies keine Einzelfall ist: Vor kurzem verklagte der kanadische Goldbergbaukonzern Gabriel Resources Rumänien auf mehrere Milliarden US Dollar, nachdem die Regierung dem Unternehmen endgültig eine Absage für die Gold- und Silbermine Rosia Montana in Rumänien erteilt hatte. Die Bevölkerung in der Nähe der Mine und zahlreiche NGOs hatten Jahre lang Druck auf die Regierung ausgeübt.

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Die Veranstaltung findet im Versammlungsraum Mehringhof in der Gneisenaustraße 2A in 10961 Berlin statt.

VeranstalterInnen: CIR, FDCL und PowerShift