Diskussionsveranstaltung: Deutsche Kupferimporte: Lieferketten und Unternehmensverantwortung

Mittwoch, 25. Januar 2017

Hotel Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Ziegelstraße 30, 10117 Berlin

Prognosen zufolge wird der weltweite Bedarf an Kupfer bis 2030 um 260 Prozent steigen. Deutschland verbraucht von allen Staaten der EU am meisten Kupfer und liegt weltweit auf Rang drei. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die Studie von Dr. Melanie Müller (FU Berlin) mit der Lieferkette deutscher Kupferimporte, insbesondere hinsichtlich von Transparenz und Unternehmensverantwortung. Das Policy Paper der BMBF-Nachwuchsgruppe „Global Change – Local Conflicts?“ (www.land-conflicts.net) erscheint Mitte Januar 2017. Wir stellen es am 25.01.2017 vor und laden Sie/Euch herzlich ein, die Studie mit uns zu diskutieren.
Die Studie untersucht die Struktur der Lieferkette und stellt dabei ein deutliches Transparenzdefizit fest. Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen in Kupferminen sind weltweit dokumentiert. Deutsche Unternehmen, die aus diesen Minen Rohstoffe beziehen, sind laut UN Leitlinien für Wirtschaft und Menschenrechte verpflichtet, mit der „gebührenden Sorgfalt“ vorzugehen und dafür zu sorgen, dass Menschenrechtsverletzungen verhindert werden. Sollten sie dennoch stattfinden, müssen Unternehmen die Opfer entschädigen. Es fehlen jedoch gesetzliche Regelungen, die Unternehmen verpflichten, die UN-Leitlinien anzuwenden und die im Falle der Missachtung
auch Sanktionen implizieren. Die deutsche Bundesregierung arbeitet seit 2014 an einem Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Leitlinien in deutsches Recht. Der Entwurf des Aktionsplans soll noch 2016 veröffentlicht werden. Wir freuen uns, mit Ihnen/Euch
am Beispiel deutscher Kupferimporte zu diskutieren, welche Maßnahmen notwendig sind, um Transparenz entlang von Lieferketten zu schaffen und Menschenrechtsverletzungen sowie Umweltverschmutzungen zu verhindern.

18.30 Begrüßung

18.40 Dr. Melanie Müller (Freie Universität Berlin): Vorstellung der Policy-Studie „Deutsche Kupferimporte: Lieferketten und
Unternehmensverantwortung“

19.00 César Flores (Cooperacción) & Lucio Cuenca (Observatorio de Conflictos Mineros en América Latina): Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen in südamerikanischen Kupferminen

19.20 Pause

19.30 Podiumsdiskussion mit
Dr. Thomas Gäckle (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie)
Ulf Bauer (Kupferkonzern Aurubis)
César Flores (Cooperacción)
Lucio Cuenca (Observatorio de Conflictos Mineros en América Latina)
Sarah Lincoln (Brot für die Welt)
Moderation: Dr. Kristina Dietz & Dr. Bettina Engels (Freie Universität Berlin)

Veranstaltungssprache ist Deutsch. Es findet eine Simultanübersetzung aus dem Spanischen statt.