Breites Bündnis kritisiert geplante Fracking-Regelung scharf

Gemeinsam mit Vertreter_innen aus öffentlicher Wasserwirtschaft, Kirche, Gewerkschaft, Bürgerinitiativen, sowie Umweltverbänden hat PowerShift heute (23.03.2015) den vorgeschlagenen Rechtsrahmen zur Förderung von Erdöl und Erdgas durch Fracking in einer Bundespressekonferenz in Berlin scharf kritisiert. In den kommenden Tagen will die Bundesregierung über den Gesetzesentwurf entscheiden. Anders als von CDU/CSU und SPD behauptet, ist dieser aus Sicht der auf dem Podium vertretenen Organisationen und Verbände nicht geeignet, den Schutz von Mensch, Natur und Wasser ausreichend zu gewährleisten.

Oliver Kalusch vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) stellte klar, dass Fracking mit dem vorgeschlagenen Rechtsrahmen „praktisch uneingeschränkt ermöglicht werde“. Das stehe im Gegensatz zum Anspruch von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD), die sich damit brüstet, das schärfste Fracking-Gesetz schaffen zu wollen, das es jemals gab.

Die Geschäftsführerin der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft, Christa Hecht, sprach sich angesichts der Gefahren für die Trinkwassergewinnung für ein Verbot von Fracking in Wasserschutz- und Heilquellenschutzgebieten sowie an Seen und Talsperren aus, die zur Trinkwassergewinnung genutzt werden: „Da die Beherrschbarkeit der Fracking-Technik nicht endgültig geklärt ist, sollte nach dem Vorsorgeprinzip die Anwendung unterlassen werden“.

Uwe Meinhold von den evangelischen Kirchen in Deutschland wies auf die dringende Notwendigkeit hin, die Nutzung fossiler Energien, darunter auch Schiefergas stark zu drosseln, um das 2-Grad-Ziel beim Klimaschutz noch erreichen zu können.

Dass Fracking nicht wie von der Industrie behauptet Arbeitsplätze schafft, sondern bestehende Arbeitsplätze in der Ernährungswirtschaft, der drittgrößten Branche in Deutschland, gefährdet, betonte Micha Heilmann von der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG): Fracking lege die Axt an die Ernährungswirtschaft, indem es sauberes Trinkwasser und damit die Grundlage eines jeden Lebensmittels gefährde.

Die Pressemitteilung zur Bundespressekonferenz gibt es hier. Ebenfalls auf unserer Webseite finden Sie die detaillierte Stellungnahme der Umweltverbände zum Referentenentwurf, der sich auch PowerShift angeschlossen hat. Hintergründe rund um das Thema Fracking haben wir in einem Newsletter des AK Rohstoffe für Sie zusammengefasst.

PowerShift setzt sich für ein Verbot von Fracking ein. Am Tag des Kabinettsbeschlusses über den Gesetzentwurf wollen wir unseren Protest gemeinsam mit anderen Fracking-Gegner_innen vor dem Kanzleramt kundtun. Die Aktion, zu der wir alle Interessierten herzlich einladen, findet am Mittwoch, den 01. April 2015 um 9 Uhr vor dem Kanzleramt statt (Willy-Brandt-Straße 1, 10557 Berlin).

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